Drinnen oder draußen: Den Feigenbaum überwintern
Mit seinen großen, handförmigen Blättern und den leckeren, süßen Früchten ist der Feigenbaum nicht nur optisch ein Hingucker, sondern auch ein Obstlieferant, der mediterranes Flair in den Garten oder auf die Terrasse bringt. Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammend, stellt der Feigenbaum jedoch besondere Ansprüche an die Pflege im Winter. Wir zeigen dir, worauf es ankommt, wenn du den Feigenbaum überwintern möchtest.
Der Feigenbaum (Ficus carica) ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Seine Ursprünge liegen im Nahen Osten und im Mittelmeerraum, wo er seit Jahrtausenden kultiviert wird. Heute findet man ihn weltweit in wärmeren Regionen, aber auch in gemäßigten Klimazonen. Der Feigenbaum zeichnet sich durch seine markanten, großen Blätter aus, die eine tiefe grüne Farbe haben und je nach Sorte unterschiedlich geformt sein können. Neben seiner dekorativen Wirkung liefert der Feigenbaum auch köstliche Früchte, die roh gegessen oder in verschiedenen Rezepten verwendet werden können.
Feigenbäume können in unterschiedlichen Größen vorkommen. In wärmeren Regionen können sie mehrere Meter hoch werden, während sie in kälteren Regionen oder im Kübel kompakter wachsen. Auch wenn die Feige ursprünglich aus warmen Regionen stammt, gibt es heute zahlreiche Sorten, die an kältere Klimazonen angepasst sind und eine gewisse Winterhärte aufweisen.
Bei der Frage, wie du deinen Feigenbaum überwintern musst, kommt es auf einige Faktoren an, die wir uns in diesem Text alle noch genauer anschauen:
- Welche Temperaturen verträgt dein Feigenbaum, wie winterhart ist er?
- Wie alt ist dein Feigenbaum?
- Steht dein Feigenbaum im Freiland oder wächst er im Topf?
- Möchtest du den Feigenbaum draußen oder drinnen überwintern?
Ist der Feigenbaum winterhart?
In ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet gibt es keine frostigen Winter, was den Feigenbaum eigentlich zu einer wärmeliebenden Pflanze macht. Dennoch gibt es viele Sorten, die auch in kühleren Regionen eine beachtliche Winterhärte entwickelt haben und bis zu einem gewissen Grad Frost vertragen können. Bei der Auswahl einer Feigensorte für den eigenen Garten sollte man jedoch darauf achten, dass sie als winterhart deklariert ist. Viele der gängigen Sorten, die im Handel erhältlich sind, können kurzfristig Temperaturen bis zu -15°C überstehen, vorausgesetzt, sie sind gut geschützt.
Auch unser Bloomify Feigenbaum Flavio und der Feigenstrauch Fiete sind winterhart und robust.
Die Winterhärte hängt jedoch nicht nur von der Sorte ab, sondern auch von verschiedenen äußeren Faktoren, wie zum Beispiel dem Standort, dem Alter der Pflanze und der allgemeinen Pflege. Jüngere Feigenbäume sind empfindlicher gegenüber Frost als ältere Exemplare. Auch der Standort spielt eine wichtige Rolle: An einem windgeschützten Platz, idealerweise in der Nähe einer wärmespeichernden Hauswand, wird es im Winter nicht so kalt.
Feigenbaum überwintern: Im Kübel
Eine beliebte Methode, den Feigenbaum zu kultivieren, ist die Haltung im Kübel. Diese Variante bietet mehrere Vorteile, vor allem für alle, die keinen eigenen Garten haben oder in Regionen mit sehr strengen Wintern leben. Im Kübel haben die Wurzeln des Baumes im Winter jedoch weniger Schutz vor Frost und Kälte als bei einem ausgepflanzten Baum. Trotzdem kann auch ein Kübel-Feigenbaum den Winter gut überstehen, wenn einige grundlegende Pflegeschritte beachtet werden.
Vorbereitung auf den Winter
Bereits im Herbst sollte der Feigenbaum auf die Überwinterung vorbereitet werden. Dazu gehört, das Düngen einzustellen und die Wassergaben langsam zu reduzieren, um den Baum auf die winterliche Ruhephase einzustellen. Wichtig ist es außerdem, den Baum auf Schädlinge zu überprüfen, damit er nicht geschwächt in den Winter geht.
Standortwahl für die Überwinterung
Du hast zwei Möglichkeiten, um den Feigenbaum zu überwintern:
- Drinnen: Da der Baum im Herbst seine Blätter verliert, muss das Winterquartier drinnen nicht besonders hell sein. Dafür muss es mit max. 12 Grad aber sehr kühl sein.
- Draußen: Bei einer Überwinterung draußen muss der Kübel vor Frost geschützt werden.
Den Feigenbaum im Kübel drinnen überwintern
Der ideale Standort für einen Feigenbaum im Kübel im Winter ist ein frostfreier, aber kühler Ort. Ein Keller, eine Garage oder ein Wintergarten sind ideale Plätze, sofern sie Temperaturen zwischen 3 und 10, maximal 12 Grad bieten. Der Raum sollte möglichst dunkel oder halbschattig sein, da der Baum im Winter seine Blätter abwirft und keine direkte Sonne benötigt.
Es ist wichtig, den Baum während der Überwinterung nur sparsam zu gießen. Der Wurzelballen darf nicht vollständig austrocknen, sollte jedoch auch nicht zu feucht sein, da Staunässe Wurzelfäule verursachen kann. In dieser Phase benötigt der Baum keine Nährstoffe, daher sollte auf Dünger verzichtet werden.
Den Feigenbaum im Kübel draußen überwintern
Solltest du keinen frostfreien Raum zur Verfügung haben, kann der Feigenbaum auch im Freien überwintern, sofern er ausreichend geschützt wird. In diesem Fall sollte der Kübel auf eine isolierende Unterlage gestellt werden, beispielsweise auf eine Holz- oder Styroporplatte, um ihn vor Bodenfrost zu schützen. Der gesamte Kübel kann zusätzlich mit Jute, Vlies, alten Decken oder Noppenfolie umwickelt werden, um die Wurzeln vor Kälte zu schützen.
Ein Jutesack sieht im Winter besonders schick aus und der Zwischenraum kann auch mit Laub oder Stroh ausgepolstert werden.
Stelle die Pflanze möglichst windgeschützt auf. Wenn es richtig bitterkalt wird, sollte bei jungen Bäumchen auch der oberirdische Teil mit einem Vlies oder einer speziellen Pflanzenhaube vor Frost geschützt werden.
Feigenbaum überwintern: Im Freiland
Hast du einen Garten und wohnst du in einer Region mit eher milden Wintern, dann kannst du den Feigenbaum auch ins Freiland pflanzen. Ausgepflanzte Feigenbäume sind im Allgemeinen robuster und widerstandsfähiger gegenüber Kälte als solche, die im Kübel gehalten werden. Dennoch benötigen auch sie bei niedrigen Temperaturen entsprechenden Schutz, vor allem in den ersten Jahren nach der Pflanzung.
Winterhärte von ausgepflanzten Feigenbäumen
Je älter der Feigenbaum ist, desto robuster ist er auch und kann Frost besser vertragen. Entscheidend ist, dass der Baum gut etabliert ist, also tief und fest verwurzelt. Jüngere Bäume, die erst seit ein oder zwei Jahren im Boden sind, sind noch empfindlicher und benötigen mehr Schutz.
Ein guter Standort ist auch hier wichtig. Ein windgeschützter, sonniger Platz, idealerweise im Süden des Gartens und in der Nähe einer Hauswand, bietet optimalen Schutz. Die Wärme, die die Wand speichert, hilft dem Feigenbaum, die Winterkälte besser zu überstehen.
Es ist möglich, einen jungen Feigenbaum in den ersten Jahren gut geschützt draußen im Kübel zu überwintern und ihn nur bei sehr starkem Frost reinzuholen. So wird er abgehärtet und kann dann nach ein paar Jahren ausgepflanzt werden.
Schutzmaßnahmen im Winter
Trotz seiner relativen Winterhärte sollte ein Feigenbaum im Freiland bei anhaltenden Minustemperaturen zusätzlichen Schutz erhalten. Der Wurzelbereich kann mit einer dicken Schicht Mulch, Stroh oder Laub abgedeckt werden, um die empfindlichen Wurzeln vor Bodenfrost zu schützen. Der Stamm und die unteren Äste können mit Jute, Gartenvlies oder Schilfmatten umwickelt werden, um sie vor Kälte und Frostschäden zu bewahren.
Ein spezieller Winterschutz ist besonders in den ersten Jahren nach der Pflanzung wichtig. Sobald der Baum einige Jahre alt ist und tiefere Wurzeln gebildet hat, wird er resistenter gegen Kälte. In sehr kalten Regionen kann es jedoch auch bei älteren Bäumen notwendig sein, die Krone zusätzlich mit einem speziellen Pflanzenschutzvlies zu schützen, um Frostschäden an den Trieben zu verhindern.
Hat der Feigenbaum Frostschäden erlitten, erholt er sich meist wieder davon. Wenn die Wurzeln unversehrt geblieben sind, wird er im Frühjahr nach einem Rückschnitt neu austreiben.
Der Frühling kann kommen
Sobald die frostigen Nächte vorbei sind und die Temperaturen wieder steigen, kann der Feigenbaum aus seinem Winterquartier geholt bzw. von seinem Winterschutz befreit werden. Wichtig ist es, den Baum schrittweise wieder an die veränderten Umweltbedingungen zu gewöhnen, vor allem an die direkte Sonneneinstrahlung. Ein Feigenbaum, der den Winter in einem dunklen Keller verbracht hat, ist nicht mehr an intensives Sonnenlicht gewöhnt und kann Schaden nehmen, wenn er zu schnell der prallen Sonne ausgesetzt wird.
Die langsame Gewöhnung an das Sonnenlicht ist ein wichtiger Schritt, um Verbrennungen an den jungen, neu austreibenden Blättern zu vermeiden. Der Feigenbaum sollte zunächst an einem halbschattigen Ort aufgestellt werden, wo er täglich etwas mehr Sonnenlicht erhält. Innerhalb von ein bis zwei Wochen kann er dann schrittweise an einen vollsonnigen Standort gewöhnt werden.
Auch in Bezug auf die Temperatur sollte der Baum nicht sofort in kühle Nächte gestellt werden, wenn er drinnen überwintert hat. In vielen Regionen kann es bis Mitte Mai noch Nachtfrost geben.
Pflege nach dem Winter
Nach dem Winter beginnt der Feigenbaum wieder mit dem Austrieb und sollte nun wieder regelmäßig gegossen und gedüngt werden. Ein guter Dünger sorgt dafür, dass der Baum die nötigen Nährstoffe erhält, um kräftig zu wachsen und eine reiche Ernte zu liefern. Du kannst ihn zum Beispiel mit unserem Bloomify Dünger für mediterrane Pflanzen versorgen. Das Frühjahr ist außerdem der perfekte Zeitpunkt, um dein Bäumchen gegebenenfalls in einen größeren Kübel umzutopfen.
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