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  • 7 Fichtenspitzen Rezepte: Alles rund um gesunde und leckere Fichtennadeln

Die Zuckerhutfichte ist essbar - Rezepte mit Fichtennadeln

Fichtennadeln sammeln und verarbeiten: So geht’s

Eine Nahaufnahme der Zweige einer Zuckerhutfichte.

In der Weihnachtszeit eignet sich eine Zuckerhutfichte im Topf ideal als Weihnachtsbäumchen. Schön geschmückt, verschönert und erhellt sie die dunkle Jahreszeit. Doch im Frühling hält die Pflanze noch eine ganz besondere Überraschung parat: Essbare Fichtennadeln, auch Fichtenspitzen genannt.

Was sind Fichtenspitzen?

Als Fichtenspitze wird der junge Austrieb der Fichte bezeichnet. An den Triebspitzen der Nadelbäume treiben die Pflanzen neu aus. Im Frühjahr “schlüpfen” ganz zarte, hellgrüne, junge Nadeln aus ihren Hüllen und verleihen den Bäumen einen maigrünen Glanz.

Die jungen Nadeln wachsen büschelweise, daher wird der Austrieb auch Wipfel oder, passend zur Jahreszeit, Maiwipfel genannt.

 

Was ist der Unterschied zwischen Fichtennadeln und Tannennadeln?

Kann man Tannennadeln auch essen? Ja, sie lassen sich genauso sammeln und verarbeiten wie Fichtennadeln. Sie sind auch unter den Bezeichnungen Tannenspitzen oder Tannenwipfel bekannt. Ebenfalls essbare Nadeln findest du an Kiefern oder Lärchen. Falls du dir nicht ganz sicher bist, um welchen Nadelbaum es sich handelt, solltest du aber vorsichtig sein, denn die Nadeln der Eibe sind giftig.

Mit unserer Bloomify Zwergfichte Fridolin bist du aber auf der sicheren Seite. Auch sie treibt im Frühjahr neu aus und lässt sich “beernten”.

Wann kann man Fichtenspitzen ernten?

Die beste Zeit, um Fichtenspitzen zu sammeln, ist der Mai. Auch bis in den Juni hinein ist die Ernte noch möglich. Je jünger die Spitzen, desto süßer schmecken sie. Ernte sie am besten, wenn sie 2 - 3 cm lang sind. Pflücke den Baum aber nicht kahl: Zupfe von jeder Zweigspitze nur ein Büschel ab und lasse noch welche stehen, damit der Baum gesund weiterwachsen kann.

Die Nadeln lassen sich zu allerlei tollen Sachen weiterverarbeiten. Sie haben ein zitroniges Aroma und sind einfach etwas Besonderes. Um sie auch später im Jahr weiterverarbeiten zu können, kannst du sie trocknen. Das funktioniert in einem Dörrautomat oder im Backofen bei ca. 40 - 60 Grad für 8 Stunden. Die getrockneten Fichtenspitzen kannst du im Ganzen aufbewahren oder auch fein häckseln.

Wir haben 7 tolle Fichtenspitzen Rezepte für dich herausgesucht.

Süß und lecker: Fichtenspitzenhonig

Aus Fichtenspitzen lässt sich eine süße Köstlichkeit herstellen, die wie Sirup oder Honig verwendet werden kann, zum Beispiel als Brotaufstrich oder zum Süßen von Getränken, Gebäck oder Porridge. Das Produkt wird auch als Fichtensirup oder Tannenhonig bezeichnet.

Du brauchst:

  • 500 g Fichtenspitzen
  • 1,5 Liter Wasser
  • 1 kg Zucker
  • einen ausreichend großen Kochtopf
  • ein Sieb
  • Gläser oder Flaschen zum Abfüllen

Lasse die Fichtenspitzen für mehrere Stunden, am besten über Nacht, in einem Topf mit dem Wasser ziehen. Nun wird die Mischung aufgekocht und für etwa 30 Minuten köcheln gelassen. Schalte den Herd ab und lasse das Ganze wieder für einige Stunden ziehen. Nun ist das Aroma der Fichtenspitzen in das Wasser übergegangen und du kannst sie durch ein Sieb abgießen.

Wenn du dem Sirup noch mehr Geschmack hinzufügen willst, kannst du mit Zitronenschale oder Kräutern wie Thymian experimentieren. Die Zitronenschale kann mit aufgekocht werden. Thymian sollte nur im lauwarmem Wasser ziehen, da er beim Kochen bitter werden kann.

Im nächsten Schritt fügst du dem nun sehr aromatischen Wasser den Zucker hinzu und kochst alles erneut auf. Lasse es so lange köcheln, bis es leicht eindickt.

Nun kannst du den fertigen Sirup in saubere Gläser oder Flaschen füllen.

Ein Holzlöffel wird aus einem kleinen Glas mit Sirup genommen, daneben liegen maigrüne Fichtenspitzen.
Süß und super lecker: Fichtensirup

Heilsam und wohltuend: Fichtenspitzentee

Ob nun Fichtenspitzentee, Fichtennadeltee oder Fichtentee - das Heißgetränk ist wohltuend und lecker. Fichtenspitzen werden als Hausmittel gegen Husten eingesetzt, denn die ätherischen Öle in den Fichtennadeln sind antibakteriell und entzündungshemmend. Um auch in der kalten Jahreszeit in den Genuss dieses Tees zu kommen, kannst du die Fichtenspitzen auch trocknen und so länger aufbewahren.

Für eine Tasse Tee brauchst du etwa 8 g frische Nadeln oder 5 g getrocknete Nadeln. Gieße sie mit kochend heißem Wasser auf und lasse sie für 10 - 15 Minuten ziehen.

Du kannst natürlich noch andere Kräuter deiner Wahl hinzufügen, entweder frisch oder getrocknet. Wir empfehlen bei Erkältungskrankheiten vor allem Salbei. Wenn es nur um den Geschmack geht, kannst du auch Ingwer, frische Minze oder eine Scheibe Zitrone hinzugeben.

Fichtenspitzen-Pesto

Basilikumpesto kann ja jeder - wie wäre es mal mit einem etwas anderen Geschmack? Pesto aus Fichtenspitzen schmeckt wunderbar zitronig und leicht harzig-waldig.

Du brauchst für etwa 200 g Pesto:

  • 70 - 80 g Fichtenspitzen
  • 30 g Pinienkerne oder Mandeln
  • 25 g Cashewkerne (ungesalzen)
  • 60 ml Olivenöl
  • 1 Knoblauchzehe (je nach Geschmack größer oder kleiner)
  • 1 TL Salz (nicht gehäuft)
  • etwas Pfeffer

optional, je nach Geschmack:

  • 1 - 2 EL geriebener Parmesan
  • 1 - 2 EL Hefeflocken (vegane Alternative zu Käse)
  • 1 TL Honig oder Agavendicksaft

Als erstes röstest du die Nüsse deiner Wahl in einer Pfanne ohne Fett leicht an. Am einfachsten wird das Pesto mit einem guten Mixer oder Pürierstab hergestellt. Du kannst einfach alle Zutaten zusammen mixen, je nach Geschmack gröber oder feiner.

Genieße das Pesto zu Nudeln, in Kartoffel- oder Nudelsalaten, als Brotaufstrich oder als Topping für eine Suppe.

Kräuterbutter und Kräuterquark mit Fichtenspitzen

Es geht herzhaft weiter: Für Kräuterbutter und Kräuterquark mit Fichtenspitzen brauchst du nur wenige Zutaten.

Für den Kräuterquark kannst du die Nadeln einfach feinhacken und unter den Quark heben. Schmecke ihn mit Salz und Pfeffer und eventuell etwas Knoblauch ab.

Für die Butter kannst du genauso vorgehen. Es ist aber auch möglich, die Fichtenspitzen erst im Mixer fein zu pürieren und dann weiche Butter hinzuzugeben. So wird die Kräuterbutter noch feiner.

Fichtenspitzen-Öl

Ein Öl aus Fichtenspitzen kannst du verwenden, um damit zu kochen oder Salate zu würzen. Es ist aber auch möglich, es als Badezusatz oder zur Hautpflege zu verwenden. Dabei kommt es auf das Öl an, das du als Basis verwendest.

Für den Einsatz in der Küche bietet sich Olivenöl oder Rapsöl an. Als Basisöle für die Körperpflege eignen sich Öle, die keinen so starken Duft haben wie Olivenöl, zum Beispiel Mandelöl.

Du brauchst für 250 ml Öl etwa eine Handvoll Fichtenspitzen. Diese müssen sauber und trocken sein. Trocken bedeutet hier nicht getrocknet, sondern frisch, aber eben nicht mehr feucht vom Abspülen.

Suche dir für den Ansatz ein Schraubglas mit einem breiten Rand. Es sollte von einer Handvoll Fichtenspitzen zu etwa zwei Dritteln gefüllt werden. Du kannst sie etwas andrücken, aber nicht zu fest. Gieße das Glas mit 250 ml Öl deiner Wahl auf.

Das Öl muss nun an einem hellen Ort für 4 Wochen ziehen. Wende es regelmäßig. Die Fichtenspitzen sollten aber immer von Öl bedeckt sein. Drücke sie also mit einem sauberen Löffel wieder nach unten, falls sie durch das Wenden oben schwimmen. Fülle das Öl danach ab, lagere es dunkel und verbrauche es recht bald.

Wellness pur: Badesalz mit Fichtenspitzen

Du kannst Fichtenspitzen-Öl auch als Badezusatz verwenden. Ebenfalls toll zum Baden: Hautpflegendes Badesalz mit Fichtenspitzen.

Du hast verschiedene Optionen: Entweder verarbeitest du frische Fichtenspitzen und lässt das fertig gemixte Badesalz danach trocknen oder du benutzt zuvor getrocknete Fichtenspitzen. Außerdem kannst du dich entscheiden, ob das Salz eher fein oder grob sein soll.

Für ein Vollbad brauchst du etwa 100 g Meer- oder Steinsalz und gut 30 g frische bzw. 20 g getrocknete Fichtenspitzen.

Für feines Badesalz musst du das Salz zusammen mit den Fichtenspitzen in einem Mixer feinmahlen. Hast du frische Nadeln verwendet, dann breite die Mischung auf einem Backblech aus und lasse sie für ein paar Stunden bei 40 - 60 Grad im Backofen trocknen. Hast du bereits getrocknete Nadeln verwendet, dann entfällt dieser Schritt.

Möchtest du eher grobes Badesalz, solltest du die frischen Nadeln ohne das Salz feinhäckseln, trocknen lassen und sie dann erst mit dem Salz vermengen. Getrocknete Nadeln können ebenso zerkleinert und dann mit dem Salz deiner Wahl vermischt werden.

So ein Badesalz ist ein schönes Geschenk und lässt sich durch die Zugabe getrockneter Blüten, zum Beispiel von Rosen, Ringelblumen oder Kornblumen, noch verschönern.

Dieses Badesalz lässt sich natürlich auch in der Küche verwenden, da es keinerlei nicht-essbare Zutaten enthält.

Beschwipst: Fichtenspitzen-Likör

Zu guter Letzt noch ein Rezept für Liebhaber: Da der alkoholische Ansatz für diesen Likör so lange zieht, ist er sehr aromatisch und geschmacksintensiv.

Als Basis wird ein relativ geschmacksneutraler Schnaps verwendet, zum Beispiel Korn oder Wodka. Für eine Flasche Alkohol brauchst du etwa 120 bis 200 g frische Fichtenspitzen, je nachdem, wie geschmacksintensiv der Likör später werden soll. Auch bei der Süße hast du die Wahl und kannst zwischen 120 und 200 g Zucker verwenden.

Hier noch mal auf einen Blick:

  • 1 Flasche Korn oder Wodka (ca. 0,7 Liter)
  • 120 bis 200 g Fichtenspitzen
  • 120 bis 200 g Zucker, am besten Kandiszucker
  • optional Gewürze wie Zimtstangen oder Vanilleschoten

Fülle die Fichtenspitzen in eine Literflasche mit einem weiten Hals oder ein großes Einmachglas. Füge zum Beispiel zwei Zimtstangen oder eine angeritzte Vanillestange hinzu. Nun kommt noch der Zucker hinzu. Zum Schluss wird alles mit Alkohol aufgefüllt. Die Zutaten sollten sich immer in der Flüssigkeit befinden. Schauen sie oben heraus, droht Schimmel.

Verschließe die Flasche oder das Glas und schüttle die Mischung in den ersten Wochen immer mal wieder gut durch. Achte darauf, dass danach keine Zutaten aus der Flüssigkeit herausragen.

Nach ca. einem halben Jahr bei Zimmertemperatur ist der Likör fertig und kann abgegossen werden.

Sind Fichtennadeln giftig?

Die Antwort lautet natürlich: Nein, Fichtennadeln sind nicht giftig. Sonst hätten wir ja nicht diese tollen Fichtenspitzen Rezepte vorgestellt. Du kannst unbesorgt sein, auch für Haustiere wie Katzen sind Fichtennadeln nicht giftig. Mehr Infos dazu findest du hier.

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