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Wurzelballen aufreißen und auflockern: So wachsen Pflanzen schnell an

Wird bei der Pflanzung alles richtig gemacht, ist der Grundstein für ein gutes Wachstum gelegt. Sind Wurzelballen verdichtet, müssen sie aufgelockert werden, bevor die Pflanze in die Erde gesetzt wird.

In diesem Text zeigen wir dir, wie du die Wurzelballen bei Kräutern, Stauden und Bäumen richtig auflockerst, damit sie sich prächtig entwickeln.

Wenn Pflanzen im Topf oder Kübel gewachsen sind, ist ihr Wurzelwerk oft stark verdichtet. Die Wurzeln wachsen im Kreis (sogenannte Ringwurzelbildung) oder bilden einen dichten Ballen, besonders bei länger kultivierten Pflanzen.

Kräftige und gesunde Wurzeln sind erst mal ein gutes Zeichen, aber wird der Wurzelballen beim Auspflanzen nicht aufgelockert, kann die Pflanze Schwierigkeiten haben, sich in der neuen Erde auszubreiten. Wasser und Nährstoffe können dann nur eingeschränkt aufgenommen werden und das Wachstum wird gebremst. Das Auflockern des Wurzelballens sorgt dafür, dass die Wurzeln leichter in das sie umgebende Erdreich vordringen können, sich gleichmäßig ausbreiten und die Pflanze schneller anwächst.

Vier Zuckerhutfichten verschiedenen Alters stehen in einer Reihe auf einem Holztisch, sie stehen nicht in Töpfen und man sieht ihre Wurzelballen.
Gut durchwurzelt ist super - sind die Wurzeln zu dicht, müssen sie aufgelockert werden.

Warum das Auflockern des Wurzelballens wichtig ist

Ein dichter Wurzelballen oder eine Ringwurzelbildung kann die Entwicklung einer Pflanze erheblich behindern. Kompakte Wurzeln nehmen Nährstoffe und Wasser schlechter auf und können die Pflanze schwächen. Ringwurzeln führen dazu, dass die Pflanze im Kreis wurzelt und langfristig Probleme mit dem Wachstum bekommt. Durch das vorsichtige Anritzen oder Aufreißen des Wurzelballens werden die Wurzeln angeregt, sich nach außen auszubreiten, was der Pflanze einen optimalen Start am neuen Standort ermöglicht.

Würde man kompakte Wurzelballen einfach in die Erde setzen, kann es sein, dass man die Pflanze samt Wurzelballen nach einiger Zeit einfach genauso wieder aus der Erde ziehen kann: Ohne neue Wurzeln, die sich im Boden verankert haben.

Wurzelballen bei kleinen Pflanzen auflockern

Bei kleinen Pflanzen wie Kräutern, Stauden oder Gemüse ist der Ballen meist gut durchwurzelt, aber noch locker und leicht zu bearbeiten. Nimm den Ballen in beide Hände, drücke die Daumen nebeneinander in die Erde und ziehe sie dann auseinander. So lösen sich die Wurzeln voneinander.

Ist der Ballen dafür nicht locker genug, kannst du ihn mehrmals am Rand des Ballens mit einem kleinen (Cutter-)Messer einschneiden. Das regt die Wurzeln an, sich im Erdreich auszubreiten und Feinwurzeln zu bilden, die besonders wichtig für die Wasser- und damit für die Nährstoffaufnahme sind.

Eine Person hält den Wurzelballen einer Lavendelpflanze in der Hand.
Kräuter bilden feine Wurzeln, die sich gut mit der Hand auflockern lassen.

Wurzelballen bei großen Pflanzen lockern

Bei großen Wurzelballen, zum Beispiel von Obstbäumen, kommt man mit einem kleinen Messer oft nicht so weit. Du kannst den Wurzelballen rundum mit der scharfen Kante einer Gartenschaufel aufritzen oder mit einem größeren Messer oder Spaten einschneiden. Danach kann er mit der Hand weiter aufgelockert werden.

Wichtig: Die großen Hauptwurzeln sollten nicht verletzt werden.

Bei Pflanzen, die man wurzelnackt oder als Ballenware kauft, wird empfohlen, den Wurzelstock vor dem Pflanzen stark einzukürzen. Das ist aber bei Pflanzen, die im Topf großgezogen wurden, nicht nötig.
Es ist der Wurzelballen eines Feigenbaums zu sehen, im Hintergrund steht der Topf, in dem der Baum vorher stand.
Je größer die Pflanze, desto größer und kräftiger die Wurzeln.

Ringwurzelbildung lösen

Bei größeren Kübelpflanzen oder Bäumen kommt es häufig zu Ringwurzelbildung: Die Wurzeln sind im Topf (mehrfach) im Kreis gewachsen und neigen dazu, im Boden das gleiche zu tun. Damit die Pflanze gut anwachsen kann und sich die Wurzeln in alle Richtungen ausbreiten, muss dieses Ringwachstum unterbrochen werden.

Im Kreis gewachsene Wurzeln müssen erst mal mit der Hand gelockert und etwas nach außen gebogen werden. Beim Einpflanzen muss das Loch großzügig ausgehoben werden, damit die Wurzeln in alle Richtungen ausgebreitet werden können. Es kann sein, dass sie gekürzt werden müssen, wenn sie schon zu lang geworden sind. Sie können dann mit Erde beschwert und so fixiert werden, allerdings sollte das Erdreich auch nicht zu stark verdichtet werden.

Pflanzen richtig einsetzen und wässern

In allen Fällen sollte die Erde nach dem Einsetzen der Pflanze leicht angedrückt werden, damit der Wurzelballen festen Kontakt zum Boden hat, aber dennoch locker genug bleibt, um neue Wurzeln zu bilden. Anschließend gründlich wässern, auch einschlämmen genannt. Das sorgt dafür, dass die Erde zwischen die Wurzeln gespült wird und so alle Wurzeln Erdkontakt haben, was eine wichtige Voraussetzung dafür ist, schnell am neuen Standort Fuß zu fassen und kräftig zu wachsen.

Eine frisch gepflanzte Stachelbeere wird kräftig angegossen, die Gießkanne ragt von links ins Bild und ist türkisfarben.
Nach dem Einpflanzen sollte kräftig gegossen werden.

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