Die Ananas
Sie ist die unbestrittene "Königin der Früchte" und hat eine faszinierende Geschichte: die Ananas. Der Anbau ist viel einfacher, als du vielleicht denkst! Wage das Abenteuer und entdecke, wie du mit wenigen Handgriffen deine eigene, sonnengereifte Ananas ernten kannst.
In diesem Text erfährst du alles, was du rund um die Pflanzung und Pflege einer Ananaspflanze wissen musst.
Wissenswert
Die Ananas (Ananas comosus) gehört zur Pflanzenfamilie der Bromeliengewächse. Sie ist eine ausdauernde, krautige Pflanze und bildet eine dichte Blattrosette, deren trichterförmiger Wuchs kein Zufall ist: Diese Form hilft der Pflanze, Wasser zu sammeln, das dann von speziellen Wurzeln in den Blattachseln aufgenommen wird.
In der Mitte der Rosette entwickelt sich der eindrucksvolle, zapfenförmige Blütenstand. An ihm sitzen über 100 einzelne, purpur bis violett gefärbte Blüten in Spiralen angeordnet. Spannend dabei ist, dass die Fruchtbildung auch ohne Befruchtung stattfindet. Aus diesem Grund bilden die Kultursorten, die du aus dem Supermarkt kennst, auch keine Samen aus.
Nach der Ernte ist der Lebenszyklus der Mutterpflanze aber noch nicht vorbei. Nach der Fruchtbildung, und manchmal schon währenddessen, bildet die Pflanze neue Schösslinge, sogenannte Kindel, oft direkt in den Blattachseln, die du wiederum für die Vermehrung nutzen und so deine eigene kleine Ananas-Plantage starten kannst.
Die Ananas - Königin der Früchte
Als Christoph Kolumbus am 4. November 1493 auf Guadeloupe eine Ananas als Willkommensgeschenk erhielt, war die Frucht eine Sensation. Einst so selten und kostbar, wurde sie zum Statussymbol an den Höfen europäischer Könige gefeiert, ein Zeichen von unermesslichem Reichtum und Exotik. Zunächst konnte sie nur aus wärmeren Regionen importiert werden, und auch das war mit Schwierigkeiten verbunden, da die frischen Früchte nicht so lange haltbar waren. Mit viel Aufwand wurden Gewächshäuser entwickelt, in denen die Pflanzen gezüchtet werden konnten, sodass auch in Europa frische Ananasfrüchte geerntet werden konnten. Durch die immensen Kosten des Anbaus war eine einzige Ananas einst so teuer wie eine komplette Kutsche.
Ananaspflanze: Standort und Boden
Standort: sonnig, sehr warm, geschützt
Boden: locker, sandig-lehmig, leicht sauer
Der Schlüssel zum Erfolg beim Ananasanbau liegt darin, die tropische Heimat der Pflanze so gut wie möglich zu imitieren. Der richtige Standort entscheidet darüber, ob sich deine Ananas wohlfühlt und eine leckere Frucht ausbildet.
Die Ananas benötigt einen sehr hellen und sonnigen Platz, an dem sie so viel Licht wie möglich tanken kann. Das Temperaturoptimum, bei dem sie am besten wächst, liegt bei 25 °C.
Der Boden sollte vor allem locker, durchlässig und idealerweise sandig-lehmig sein. Die absolut wichtigste Eigenschaft des Bodens ist eine gute Wasserführung, denn Staunässe muss unbedingt vermieden werden. Zu viel Nässe an den Wurzeln schädigt die Pflanze irreversibel und führt schnell zu Fäulnis.
Du kannst spezielle Bromelienerde kaufen, aber auch Zitrus- oder Palmenerde eignet sich. Eine weitere Option ist es, nährstoffarme und lockere Kräuter- oder Anzuchterde zu verwenden und diese noch mit Tongranulat, feinem Kies oder Sand zu vermischen.
Die Ananas bevorzugt zudem einen leicht sauren Boden. Bei einem pH-Wert über 5,5 kann ein Nährstoffmangel (Chlorose) auftreten, der zu gelben Blättern führt. Um den pH-Wert des Bodens zu senken, kannst du entweder etwas saure Erde bei der Pflanzung untermischen (z.B. Rhododendron- oder Blaubeererde), oder die Ananas regelmäßig mit Kaffeesatz düngen.
Die Ananas als Zimmerpflanze
Der Anbau als Zimmerpflanze ist nicht nur möglich, sondern sogar eine hervorragende Idee! Die historische Kultivierung in den Gewächshäusern des europäischen Adels beweist, dass die Ananas in geschützten und kontrollierten Umgebungen prächtig gedeihen kann. Ein sonniges Südfenster oder ein warmer Wintergarten sind ideale Orte, um ihr ein Zuhause zu geben.
Ananas pflanzen
Wenn du deine Ananas im Topf kultivierst, kannst du sie das ganze Jahr über pflanzen, solange sie an einem warmen und hellen Ort im Haus steht. Zunächst ist es wichtig, den Wurzelballen genauer unter die Lupe zu nehmen, denn wenn er sehr verdichtet und hart ist, hat die Pflanze es sehr schwer, gut anzuwachsen. Hier findest du alle Infos darüber, wie du einen verdichteten Wurzelballen richtig auflockerst.
Ananas in einen Topf pflanzen
Wähle einen Topf, der Abflusslöcher am Boden hat, um Staunässe zu verhindern. Die Größe deiner Pflanze bestimmt die notwendige Größe des Topfes. Die Pflanze hat sehr ausladende Blätter, die über den Rand des Topfes ragen können. Trotzdem darf der Topf nicht zu klein sein. Für unsere Bloomify Ananaspflanze, die beim Kauf schon recht groß ist, empfehlen wir einen Durchmesser des Topfes von rund 30 cm.
Lege als unterste Schicht eine Drainageschicht aus Blähton oder grobem Kies an. Das sorgt dafür, dass überschüssiges Wasser immer gut abfließen kann. Über die Drainageschicht kannst du ein Trennvlies legen, damit die Erde mit der Zeit nicht die Zwischenräume in der Drainageschicht verstopft. Fülle den Topf anschließend mit etwas Erde.
Lockere den Wurzelballen der Ananaspflanze auf und setze sie dann so tief in den neuen Topf, wie sie auch zuvor in der Erde gestanden hat. Fülle den neuen Topf rund um den Wurzelballen mit Erde auf und gieße die Pflanze an.
Ananas pflegen, gießen und düngen
Allgemeine Pflege
Mit ein paar grundlegenden Pflegemaßnahmen stellst du sicher, dass sich deine Ananas rundum wohlfühlt und kräftig wächst. Sobald du gelbe Blätter bemerkst, musst du als erstes schauen, ob Staunässe vorliegen könnte. Wenn ja, topfe die Pflanze in trockene Erde um und achte darauf, dass Gießwasser gut ablaufen kann.
Ananaspflanze gießen
Deine Ananas sollte mäßig, aber regelmäßig gegossen werden. Die goldene Regel lautet auch hier: Staunässe unbedingt vermeiden! Lass die oberste Erdschicht zwischen den Wassergaben immer leicht antrocknen. Eine Besonderheit der Bromeliengewächse ist, dass sich in den Blattachseln der Rosette Wasser sammeln kann. Dieses Wasser wird von speziellen Wurzeln, die sich dort bilden, direkt aufgenommen. In ihrer tropischen Heimat sammelt die Pflanze auf diese Weise Regenwasser. Du kannst also auch gelegentlich etwas Wasser direkt in den Blättertrichter geben.
Ist die Luft im Herbst und Winter durch die laufende Heizung trocken, solltest du die Ananaspflanze regelmäßig mit Wasser einsprühen, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen.
Ananaspflanze düngen
Während der Wachstumsphase benötigt die Ananaspflanze viele Nährstoffe. Eine gute Versorgung mit Stickstoff und Kalium ist besonders wichtig für einen hohen Ertrag und eine gute Fruchtqualität. Im Frühling und Sommer solltest du sie daher regelmäßig mit einem hochwertigen Dünger für Grün- oder Obstpflanzen versorgen, zum Beispiel mit unserem organischen Bloomify Obstdünger.
Ananaspflanze schneiden und vermehren
Eine gute Nachricht vorweg: Die Ananas benötigt keinen regelmäßigen Formschnitt wie viele andere Obststräucher. Schnittmaßnahmen sind nur in bestimmten Situationen notwendig und dienen hauptsächlich zwei Zwecken.
Zum einen kannst du die seitlich wachsenden Schösslinge (Kindel) für die Vermehrung abschneiden, sobald sie eine gute Größe erreicht haben. Sie können in einem Glas Wasser bewurzelt und neu eingepflanzt werden.
Zum anderen kannst du nach der Ernte etwas Pflege betreiben. Die Hauptpflanze verliert nach der Fruchtbildung oft an Kraft. Du kannst sie entweder weiterpflegen, bis die Kindel groß genug zum Abtrennen sind, oder einfach alte und vertrocknete Blätter entfernen, um sie optisch frisch zu halten.
Du kannst eine Ananas übrigens auch aus dem Blattschopf einer reifen Frucht vermehren, das klappt auch mit den Früchten aus dem Supermarkt. Dazu wird das Fruchtfleisch unterhalb des Schopfs entfernt und dieser in einem Glas mit Wasser bewurzelt. Meistens ist es so, dass Pflanzen, die über Kindel vermehrt wurden, etwas schneller wachsen und eher Früchte bilden als die, die aus dem Blattschopf gewachsen sind.
Ananas ernten, lagern und verarbeiten
Es gibt kaum etwas Schöneres für einen Gärtner, als die Früchte der eigenen Arbeit zu ernten. Eine selbst gezogene Ananas ist eine besondere Belohnung, die für all die Geduld und Pflege entschädigt. Denn um eine Ananas zu ernten, brauchst du schon etwas Geduld. Bis die Pflanze eine Frucht gebildet hat und diese dann reif ist, können zwei bis vier Jahre vergehen, je nach Standort.
Den richtigen Zeitpunkt für die Ernte erkennst du an mehreren Zeichen: Die Frucht beginnt, einen intensiven, süßlichen Duft zu verströmen, und ihre Schale färbt sich je nach Sorte von grün zu gelblich oder bräunlich. Denk daran: Die Frucht muss vollständig an der Pflanze ausreifen, da sie nach dem Abschneiden nicht mehr süßer wird.
Bei der Lagerung ist zu beachten, dass frische Ananas nur begrenzt haltbar ist. Zur Verarbeitung sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt: Genieße sie frisch, presse sie zu Saft oder koche sie zu köstlicher Konfitüre oder Marmelade ein.
Ein ganz besonderer Inhaltsstoff der Ananas ist das Enzym Bromelain. Dieses natürliche Wundermittel kann Fleisch zarter machen und findet sogar in der Medizin Verwendung. Kleiner Tipp für die Küche: Wegen des Bromelains verhindert rohe Ananas das Gelieren von Tortenguss – also immer kurz erhitzen, wenn sie auf den Kuchen soll!
Ananas schneiden
Es gibt viele Methoden, eine Ananas zu schneiden, sogar spezielle Ananasschneider oder Schneidemaschinen sind auf dem Markt zu finden. Wir meinen: ein Messer reicht aus, um die Frucht zu schneiden und genießen zu können.
Methode 1: Ananasstücke für Obstsalat oder Kuchen
Möchtest du die Frucht möglichst schnell und einfach in mundgerechte Stückchen schneiden, ist diese Methode die beste. Schneide zuerst den oberen und unteren Teil ab. Stelle die Frucht nun senkrecht auf die glatte Unterseite und schneide die Schale von oben nach unten ab. Etwas aufpassen musst du, um durch die Rundung der Frucht nicht zu viel Fruchtfleisch abzuschneiden. Zu dünn darfst du aber auch nicht schälen, da sonst recht viele braune “Augen” zurückbleiben.
Schneide nun die ganze Frucht von oben nach unten in vier Teile. So kannst du den Strunk in der Mitte aus jedem der Viertel einfach herausschneiden und die Viertel dann weiter zerkleinern.
Methode 2: Ananasringe schneiden
Du startest wie bei Methode 1. Anstatt die Frucht zu vierteln, wird sie waagerecht hingelegt und dann in Scheiben geschnitten. Diese haben dann schon mal die typisch runde Form, aber noch den Strunk in der Mitte. Schneide ihn entweder mit einem spitzen Messer heraus oder nutze dafür einen runden Keksausstecher.
Da die geschälte Frucht recht glitschig sein kann, ist eine Option, die Frucht erst in Scheiben zu schneiden und dann von jeder Scheibe die Schale zu entfernen.
Methode 4: Ananas-Schiffchen
Soll die Frucht ansprechend präsentiert werden, zum Beispiel auf einem Büffet, kannst du die gesamte Frucht längs in vier Teile schneiden. Dabei wird also auch die Krone geviertelt. Es entstehen Viertel, die jeweils wie Boote aussehen und an einer Seite noch einen Teil des Blattschopfes haben. Nun wird vorsichtig mit einem scharfen Messer das gesamte Fruchtfleisch von der Schale gelöst, aber dort belassen. Es kann nun in Scheiben geschnitten werden, die ganz einfach entnommen werden können. Für die besondere Optik können die Scheiben auf der Schale auch versetzt angeordnet werden.
Ananas: Inhaltsstoffe und Nährwerte
Die Ananas schmeckt nicht nur herrlich exotisch, sie ist auch ein wahres Kraftpaket mit wertvollen Inhaltsstoffen. Sie ist reich an Vitaminen, allen voran Vitamin C, sowie an Mineralstoffen und dem einzigartigen Enzym Bromelain, das entzündungshemmend wirken kann.
Nährwerte je 100 g
| Kalorien | 56 kcal |
|---|---|
| Fett | 0,2 g |
| Kohlenhydrate | 12,4 g |
| Eiweiß | 0,5 g |
Ananaspflanze überwintern
Als tropische Pflanze ist die Ananas nicht winterhart und muss vor Kälte und Frost geschützt werden. Die Überwinterung im Haus ist daher unerlässlich.
Sobald die Außentemperaturen dauerhaft unter 20 °C fallen, solltest du deine Kübelpflanze ins Haus holen. Der ideale Ort für die Überwinterung ist sehr hell und warm. Ein Platz an einem Südfenster, in einem beheizten Wintergarten oder einem hellen Wohnzimmer ist perfekt. Reduziere während des Winters die Wassergaben deutlich, aber achte darauf, dass der Wurzelballen nie vollständig austrocknet. Eine erfolgreiche Überwinterung sorgt nicht nur für einen guten Start in die neue Saison, sondern beugt auch Krankheiten vor.
Schädlinge und Krankheiten an der Ananas
Die wichtigste Devise lautet: Vorbeugen ist besser als behandeln! Eine gesunde und kräftige Pflanze, die am richtigen Standort steht und optimal gepflegt wird, ist die beste Verteidigung gegen Krankheiten und Schädlinge. Die häufigsten Probleme entstehen durch kleine Pflegefehler. So führt Staunässe fast immer zu Wurzel- und Herzfäule, die durch Pilze wie Phytophthora ausgelöst wird.
Durch trockene Luft ist die Pflanze anfällig für Wollläuse. Hier erfährst du, was du gegen die Schädlinge unternehmen kannst.
Lass dich davon aber nicht entmutigen! Mit der richtigen Pflege sind diese Probleme selten. Zögere also nicht, das Abenteuer Ananas-Anbau zu starten. Die Freude über deine erste, selbst geerntete Königin der Früchte wird jede Mühe wert sein!
Freunde von Anna
Fragen & Antworten zu unserer Ananas
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