Der Dill
Dill ist ein echter Klassiker im Kräutergarten und in der Küche. Sein feines, würziges Aroma verleiht vielen Gerichten eine besondere Note. Doch die zarten, filigranen Blätter sind nicht nur kulinarisch ein Genuss, sondern auch ein Blickfang im Garten oder auf dem Balkon. Dill lässt sich super einfach anbauen, wächst schnell und kann immer wieder geerntet werden.
In diesem Text erfährst du alles zur Pflanzung und Pflege von Dill.
Dill (Anethum Graveolens) wird auch als “Gurkenkraut” oder “Dillkraut” bezeichnet. Er zählt zur Familie der Doldenblütler und stammt ursprünglich aus Vorderasien und dem Mittelmeerraum. Heutzutage wird die beliebte Gewürzpflanze jedoch weltweit angebaut. Das wärmeliebende Kraut wird bei uns einjährig kultiviert und kann sowohl im Gewächshaus als auch im Freiland angebaut werden.
Das dunkelgrüne, aufrecht wachsende und filigran gefiederte Laub erreicht eine Höhe von etwa 80 cm und ist zudem äußerst dekorativ. Die gelben Blüten öffnen sich in der Zeit von Juli bis August. Sie sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern als wertvolle Insektenweide eine echte Bereicherung für deinen Garten!
Standort und Boden
Standort: Sonnig bis halbschattig, warm
Boden: Durchlässig, nicht zu Nährstoffreich
Dill mag einen windgeschützten Platz in der Sonne oder im Halbschatten. Er ist äußerst genügsam und lässt sich super im Beet oder tiefen Kübel anbauen. Ein magerer Gartenboden ist in der Regel kein Problem, durch die Beimischung von Kompost werden das Wachstum und der Ertrag jedoch deutlich gesteigert. Im Kübel reicht eine hochwertige, torffreie Gemüseerde völlig aus. Zur Unterstützung kannst du noch zusätzlich Sand, Lehm oder etwas Kies beimengen, das sorgt für einen schön durchlässigen Boden und beugt Staunässe vor.
Wichtig: Dill ist mit sich selbst unverträglich. Das bedeutet, dass du ihn nicht mehrere Jahre hintereinander auf derselben Fläche anbauen solltest. Halte eine Anbaupause von 4 Jahren ein, bevor du Dill noch einmal an dieselbe Stelle pflanzt. Bei Topfkultur ist dies natürlich nicht nötig, da die Erde sowieso jede Saison ausgewechselt wird.
Dill: Gute und schlechte Nachbarn
Dill ist ein klasse Nachbar für viele Gemüse- und Obstsorten, da er ein Schwachzehrer ist und mit seinen ätherischen Ölen viele Schädlinge und Krankheit fernhält. Achtung bei stark wuchernden Pflanzen: Dill hat den stämmigen Gesellen leider nicht viel entgegenzusetzen und wird schnell von Unkraut oder anderen starkwüchsigen Nachbarn verdrängt!
Gute Nachbarn: Zwiebeln, Tomaten, Kamille, Gurke, Kopfsalat, Erdbeeren, Erbsen, Ringelblumen, Kürbis, Bohnenkraut, Möhren, Rote Bete, Kohl, Kartoffeln Schlechte Nachbarn: Koriander, Thymian, Rosmarin, Minze, Fenchel
Dill: Aussaat & Pflanzung
Dill lässt sich wunderbar aus Samen ziehen und wird in den meisten Fällen auch so gekauft und kultiviert. Die Aussaat gelingt spielend einfach und Dill wächst sehr schnell.
Es handelt sich um eine einjährige Pflanze. Das Vorziehen im Haus ist ab März möglich, die Direktsaat ins Freiland ab Ende April. Für eine gleichbleibend hohe Ernte kannst du bis Juli immer wieder Samen nachsäen, dann bleibt der Bestand schön dicht. Wenn du zudem die Blüten in großer Zahl stehen lässt (Wodurch allerdings das Laub schwächer wird), sät sich der Dill von selbst aus.
Dill bildet sogenannte “Pfahlwurzeln”, die tief ins Erdreich wachsen und sich nach einem Standortwechsel nur schlecht wieder anwurzeln. Daher kannst und solltest du auf das Pikieren verzichten. Dies ist auch ein Grund, warum selbst gesäter Dill oft besser gedeiht als bereits Vorgezogener, der ins Beet gepflanzt wird.
Beim Vorziehen im Haus erfolgt die Aussaat also direkt in den dafür vorgesehenen Kübel oder Topf. Entscheide dich hier für ein möglichst tiefes Gefäß (Balkonkästen sind zu flach!) und greife direkt zu Gemüseerde.
Das brauchst du für die Aussaat:
- Pflanzgefäß oder vorbereiteter Platz im Beet
- eine Harke zum Auflockern
- Kompost (optional)
- Gemüseerde Saatgut
- Gießkanne/Blumenspritze
- ggf. Handschuhe
Für einen erfolgreiche Keimung braucht Dill Temperaturen zwischen 15 und 20°C, zu hohe (über 30°C) oder zu niedrige Temperaturen mindern die Keimfähigkeit. Falls Spätfröste drohen, kannst du den Kübel über Nacht an einen kühlen Ort stellen, im Beet einfach mit etwas Reisig oder Vlies abdecken.
Dill säen ins Freiland
Zur Vorbereitung sollte das Erdreich gut durchgehackt, aufgelockert und gejätet werden. Bei Pflanzung in Reihe ist ein Abstand von etwa 20 cm zwischen den Reihen empfehlenswert, alternativ streust du die Samen gleichmäßig auf ihren dafür vorgesehenen Platz im Beet.
Dill ist ein Lichtkeimer; damit die empfindlichen Samen jedoch nicht weggeweht oder durch Starkregen weggeschwemmt werden, kannst du bei Reihenpflanzung flache, kleine Rillen mit einem Stock oder der Fingerspitze in den Boden ziehen, die Samen hinein streuen und nur ganz, ganz leicht mit Erde bedecken und andrücken. Anschließend gut wässern, und du bist mit der Aussaat fertig.
Pro Quadratmeter kannst du ca. 5 g Samen einplanen.
Je sonniger und geschützter der Standort, desto besser und schneller keimen und gedeihen die Pflänzchen. Bis dahin musst du die Aussaat gleichbleibend feucht, aber niemals nass halten (eine Blumenspritze oder Ballbrause eignet sich wunderbar).
Es dauert etwa 2 bis 3 Wochen, dann zeigen sich die ersten Keimlinge. Sind die im Haus vorgezogenen Pflanzen kräftig gewachsen, kannst du sie nach wenigen Wochen erst einmal zum Abhärten tagsüber und dann, wenn kein Frost mehr droht, ganz nach draußen stellen.
Aussaat
| Aussaat im Haus: | ab März |
|---|---|
| Aussaat im Freiland: | ab Mai bis Juli |
| Standort: | sonnig bis halbschattig |
| Aussaattiefe: | 0 cm (Lichtkeimer) |
| Pflanzabstand: | 15 - 25 cm |
| Dauer Keimung: | 14 bis 21 Tage |
| Monate Ernte: | Mai bis Oktober |
Dill pflanzen
Dill bildet eine Pfahlwurzel aus und mag es generell nicht, umgesetzt zu werden. Deshalb empfehlen wir es ausdrücklich, Dill lieber zu säen, als zu pflanzen. Trotzdem kann es vorkommen, dass sich ein Ein- oder Umpflanzen nicht vermeiden lässt.
Bereite das Pflanzloch dafür vor, indem du es ausreichend tief aushebst und gut auflockerst. Nehme den Dill so vorsichtig wie möglich aus dem bisherigen Topf oder Platz im Beet. Das klappt auch mit einem Unkrautstecher sehr gut, da du diesen tief in die Erde stechen und die Wurzeln unbeschädigt herausheben kannst. Setze die Pflanze nun vorsichtig und ausreichend tief in das neue Gefäß. Halte sie mit einer Hand gut fest und fülle mit der anderen ringsherum Erde ein. Zwischendurch leicht andrücken und zum Schluss gut angießen. Es kann sein, dass der Dill die Blätter und Triebspitzen in den ersten Tagen hängen lässt. Stelle ihn an einen halbschattigen Ort und achte darauf, ihn regelmäßig aber mäßig zu gießen, bis er sich etabliert hat.
Pflege, Gießen und Düngen
Bei unserem Dill handelt es sich um eine besonders genügsame und pflegeleichte Sorte. Er hat einen eher geringen Nährstoffbedarf und benötigt keinen Dünger. Eine dünne Schicht frischer Kompost auf dem Erdreich ist völlig ausreichend. Auch Wasser braucht er nur wenig bis mäßig. Einzige Bedingung: Er darf nicht über längere Zeit austrocknen und mag keine Staunässe. Die Devise beim Gießen lautet also “mäßig, aber regelmäßig”.
Behalte im Hinterkopf, dass Dill eher konkurrenzschwach ist und es nicht mag, zu stark von anderen Pflanzen bedrängt zu werden. Achte also darauf, den Bereich rund um die Pflanze unkrautfrei zu halten und regelmäßig zu jäten.
Ernte und Verarbeitung
Die erste Ernte unseres Bloomify Dills beginnt bereits wenige Wochen nach der Aussaat. Wenn die Pflanzen etwa 15 cm hoch sind, kannst du die feinen Blätter ernten. Achte darauf, nicht zu viele Blätter auf einmal abzuzupfen. Du kannst die Blütenansätze abschneiden, wenn du es vor allem auf das frische Grün abgesehen hast. Ansonsten öffnen sich die großen, gelben Blütenstände ab Juli und sehen richtig toll aus.
Die Samen reifen über den Sommer aus, sodass sich Dill auch leicht von selbst wieder aussät. Das ist allerdings problematisch, da auf diese Weise keine Anbaupause eingelegt werden kann. Schneide die Blüten daher ab, wenn die Samenkörner ausgereift sind. Das erkennst du daran, dass die Blüten braun und vertrocknet sind und die Samen darin leicht rascheln. Das Saatgut kannst du für nächstes Jahr aufheben oder als Zutat für schmackhafte Suppen, Brote, Tees oder Currys oder als Einlegegewürz verwenden.
Die Blätter schmecken frisch besonders aromatisch, sollten aber nicht mitgekocht, sondern erst später zu den Speisen gegeben werden. Dill lässt sich außerdem super einfrieren und auch trocknen.
Überwinterung
Dill ist einjährig und wird jedes Jahr neu ausgesät. Die Pflanzen können und müssen also nicht überwintert werden.
Krankheiten und Schädlinge
Dill ist dafür bekannt, Schädlinge von anderen Pflanzen fernzuhalten: Er vertreibt die Möhrenfliege, Blattläuse und hält Kohlweißlinge fern. Was für ein super Nachbar! Hier findest du weitere Infos und Tipps zum Thema "Mischkultur und Fruchtfolge".
Doch leider wird er selbst manchmal von Krankheiten und Schädlingen befallen. Vor allem die von Pilzen verursachte Fusarium-Welke tritt ab und zu auf und befällt sehr gerne auch andere Doldenblütler. Der Pilz lässt Pflanzenteile absterben und befallene Pflanzen müssen so schnell wie möglich entfernt und über den Hausmüll entsorgt werden. Als Vorbeugung ist im Freiland eine Anbaupause von vier Jahren sinnvoll, sodass der Dill jedes Jahr eine andere Ecke des Gartens kennenlernen sollte.
Außerdem freut sich der Dill über Lavendel in seiner Nähe, der ihn wiederum bei der Abwehr von Schädlingen unterstützt. Auch Nützlinge wie Marienkäfer können Abhilfe schaffen, ein kleines Insektenhotel in der Nähe ist daher immer eine gute Idee.
Eine clever angelegte Mischkultur ist immer eine gute Idee. So können sich die Pflanzen gegenseitig stärken, Schädlinge fern halten und du hast weniger Arbeit.
Nährwerte
Lecker und gesund, das trifft zu 100 Prozent auf Dill zu! Das tolle Aroma der Blätter und Samen passt zu vielen Speisen, außerdem wirkt Dill bei Verdauungsbeschwerden. Er enthält außerdem viele wichtige Mineralstoffe wie Calcium oder Kalium. Anbei eine kleine Übersicht der wichtigsten Nährwerte:
Nährwerte je 100g
| Kalorien | 55 kcal |
|---|---|
| Fett | 1 g |
| Kohlenhydrate | 8 g |
| Eiweiß | 3,6 g |
Ähnliche Produkte
Fragen & Antworten zu unserem Dill
Dill ist eine einjährige Pflanze. Wenn du die Blütenstände stehen lässt, versamt sich der Dill jedoch von selbst und taucht im nächsten Jahr wieder auf. Du kannst die Samen auch ernten und im kommenden Jahr ganz einfach wieder aussäen.
Aktualisiert am