Der Estragon
Aromatisch, gesund und vielseitig: Estragon ist ein richtiger Allrounder in der Küche und lässt sich wunderbar im heimischen Kräuterbeet anbauen. Mit seinem süßlich-würzigen Anisaroma ist er kaum aus der mediterranen Küche wegzudenken und passt hervorragend zu Salaten, Fisch- Gemüsegerichten und würzigen Limonaden.
Hier erfährst du alles zur Pflanzung und Pflege des Estragons.
Estragon gehört zur Pflanzenfamilie der Korbblütler und ist mit Wermut oder Beifuß verwandt. Es gibt zwei Haupttypen, die im Garten eine Rolle spielen. Der französische Estragon (Artemisia dracunculus var. sativa) ist der klassische Gewürzestragon mit dem besten Aroma. Er hat schmale, glatte, sattgrüne Blätter, die sehr fein und elegant wirken. Wenn Du sie vorsichtig zwischen den Fingern zerreibst, kannst du das wunderbare Aroma schnuppern - herrlich, nicht wahr? Kein Wunder also, dass das Gewürz- und Heilkraut seit Jahrhunderten auch in Parfums und Duftölen Anwendung findet.
Die Stängel des französischen Estragons sind eher zart und verzweigen sich buschig. Die Pflanzen werden etwa 40 - 60 cm hoch. Sie bilden zwar kleine, unscheinbare Blüten, setzt aber in der Regel keine keimfähigen Samen an. Bei unserem Bloomify Estragon handelt es sich um den französischen Estragon.
Der russische Estragon (Artemisia dracunculus) sieht ähnlicher aus, wächst aber kräftiger, höher und oft etwas wilder. Er kann bis zu 120 cm hoch werden. Seine Blätter sind größer und gröber, sein Geschmack ist deutlich milder bis leicht bitter. Er lässt sich aus Samen ziehen, hat aber aromatisch deutlich weniger zu bieten als der französische Estragon.
Übrigens: Estragon wird auch Dragon, Schlangen- oder Drachenkraut genannt. Um die Namensgebung ranken sich verschiedene Mythen. So soll sich das Wort “dracunculus” vom lateinischen Draco (“Schlange”, “Drache”) ableiten. Man sagte dem Kraut in der Antike nach, Schlangenbisse zu heilen. Doch auch die stark verzweigten und geschlängelten Wurzeln könnten ihren Beitrag zur Namensgebung geleistet haben.
Estragon: Standort und Boden
Standort: vollsonnig, windgeschützt
Boden: locker, nicht zu nährstoffreich
Am besten entwickelt sich unser Bloomify Estragon an einem vollsonnigen und windgeschützten Standort. Je mehr Licht er bekommt, desto intensiver wird sein Aroma. Ein Platz im Kräuterbeet, im Hochbeet oder auf einem sonnigen Balkon ist ideal. Halbschatten wird toleriert, führt aber meist zu schwächerem Geschmack.
Der Boden sollte locker, gut durchlässig und eher mäßig nährstoffreich sein. Staunässe verträgt Estragon überhaupt nicht. Am besten eignet sich eine hochwertige Kräuter- oder Komposterde aus dem Sack, die mit etwas Sand oder mineralischen Bestandteilen luftiger gemacht wurde. Im Freiland mag Estragon einen eher leichten, nicht zu schweren Boden.
Estragon aussäen
Russischer Estragon kann direkt ins Beet gesät werden, meist ab April. Die Keimung ist relativ unkompliziert, und die Pflanzen entwickeln sich zügig. Russischer Estragon kann auch problemlos in Anzuchtschalen oder kleinen Töpfen vorgezogen und später ausgepflanzt werden.
Französischer Estragon lässt sich dagegen in der Regel nicht aus Samen ziehen, weil seine Samen meist nicht keimfähig sind. Er wird daher vegetativ vermehrt, also über Stecklinge, Teilung oder Absenker.
Französischen Estragon vermehren
Wenn du französischen Estragon möchtest, kaufst du am besten eine Jungpflanze oder vermehrst eine bestehende Pflanze im Frühjahr oder Frühsommer durch Stecklinge. Dazu schneidest du einen jungen, weichen Trieb ab, entfernst die unteren Blätter und steckst ihn in feuchte, sandige Erde. Nach einigen Wochen bildet er Wurzeln.
Tipp: Vermehrung durch Teilung
Den Estragon durch Teilung zu vermehren, geht sogar noch einfacher und schneller, als durch Stecklinge. Schnappe dir dazu einfach einen scharfen Spaten und steche dir Teile in der Größe, die du haben möchtest, ab. Wenn du einen Estragon hast, der im Kübel wächst und zu groß geworden ist, kannst du ihn auch aus der Erde herausholen, teilen und dann anschließend wieder einpflanzen.
Estragon auspflanzen
Französischer Estragon kann ab Mai ins Freiland oder in einen Topf gesetzt werden, sobald keine starken Fröste mehr zu erwarten sind. Der Pflanzabstand im Beet sollte etwa 30 bis 40 Zentimeter betragen, da die Pflanze mit der Zeit buschig wird.
Für den Topfanbau eignet sich ein Gefäß mit mindestens 5 bis 10 Litern Volumen und einem guten Abflussloch. Eine Drainageschicht aus Blähton oder Kies am Topfboden hilft, Staunässe zu vermeiden.
Russischer Estragon kann etwas dichter gepflanzt werden, da er eher in die Höhe wächst als in die Breite.
Estragon pflegen, gießen und düngen
Estragon pflegen
Französischer Estragon wächst eher langsam und gleichmäßig. Er profitiert davon, wenn du die Triebspitzen regelmäßig erntest, denn das fördert einen buschigen Wuchs. Im Spätsommer kannst du ihn leicht zurückschneiden, damit er kräftig bleibt.
Russischer Estragon wächst stärker und kann im Sommer deutlich höher werden. Hier ist ein gelegentlicher Rückschnitt sinnvoll, damit er nicht zu ausladend wird.
Estragon gießen
Estragon mag es eher trocken als nass. Besonders französischer Estragon reagiert empfindlich auf Staunässe. Gieße daher mäßig und lass die obere Erdschicht zwischendurch leicht antrocknen. In Töpfen musst du etwas regelmäßiger gießen als im Freiland, vor allem an heißen Tagen.
Russischer Estragon ist etwas toleranter gegenüber schwankender Feuchtigkeit, sollte aber ebenfalls nicht dauerhaft im Nassen stehen.
Estragon düngen
Estragon ist kein Starkzehrer. Zu viel Dünger schwächt sogar das Aroma. Eine einmalige Gabe hochwertiger Komposterde im Frühjahr reicht meist völlig aus. Im Topf kannst du während der Saison sparsam mit einem milden, organischen Kräuterdünger nachdüngen.
Estragon ernten, lagern und verarbeiten
Du kannst Estragon ab dem späten Frühjahr bis in den Herbst hinein ernten. Am aromatischsten sind junge, frische Triebspitzen. Schneide sie mit einer Schere ab, statt einzelne Blätter abzuzupfen.
Frischer Estragon hält sich im Kühlschrank einige Tage, am besten in ein feuchtes Tuch gewickelt. Für eine längere Haltbarkeit kannst du ihn einfrieren oder in Essig bzw. Öl einlegen.
Klassische Verwendungen sind Estragon in Bearnaise, zu Hühnchen, in Kräuterbutter oder in Salatdressings. Französischer Estragon eignet sich besonders gut für feine, aromatische Gerichte, während russischer Estragon eher als milderes Allroundkraut genutzt wird.
Estragon: Inhaltsstoffe und Nährwerte
Estragon ist kalorienarm und enthält kleinere Mengen an Vitamin C, Kalium und sekundären Pflanzenstoffen. Besonders geschätzt wird er jedoch nicht wegen seiner Nährwerte, sondern wegen seines intensiven Aromas, das schon in kleinen Mengen Wirkung zeigt.
Estragon überwintern
Hier gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen den beiden Arten.
Französischer Estragon ist nur bedingt winterhart. Im Freiland braucht er in kalten Regionen einen Winterschutz aus Reisig oder Laub. Im Topf überwintert er am besten frostfrei, aber kühl und hell, zum Beispiel in einem kühlen Wintergarten oder Treppenhaus.
Russischer Estragon ist deutlich robuster und meist problemlos winterhart. Er kann im Beet bleiben und treibt im Frühjahr wieder aus.
Estragon: Krankheiten und Schädlinge
Estragon ist insgesamt recht robust. Gelegentlich können Blattläuse auftreten, vor allem bei zu warmem und trockenem Stand. Sie sind an klebrigen Blättern oder gekräuselten Trieben erkennbar. Oft reicht es, sie mit Wasser abzuspülen oder Nützlinge wie Marienkäfer zu fördern.
Mehltau kann auftreten, wenn die Pflanzen zu dicht stehen oder die Luft schlecht zirkuliert. Ein luftiger Standort und ausreichend Abstand helfen, dies zu vermeiden.
Wurzelfäule ist vor allem bei Staunässe ein Risiko, insbesondere für französischen Estragon. Deshalb ist eine gute Drainage besonders wichtig.
Freunde von Esmeralda
Fragen & Antworten zu unserem Estragon
Bei unserem Bloomify Estragon handelt es sich um einen französischen Estragon. Das Gewürzkraut ist mehrjährig und winterhart, sollte in rauen Lagen jedoch mit etwas Laub und Reisig geschützt werden. Wächst dein Estragon im Topf, solltest du ihn im Winter an einen geschützteren Ort bringen (z.B. Gewächshaus) und den Topf mit einem Vlies schützen.
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