Der Gartenhibiskus
Der Gartenhibiskus ist ein echter Hingucker und dabei ganz unkompliziert. Mit seinen großen, farbenfrohen Blüten bringt er Sommerstimmung und einen Hauch Nostalgie in deinen Garten. Die Blüten ziehen Bienen magisch an, so tust du auch etwas Gutes für die Natur. Egal, ob im Topf oder Kübel: Der Gartenhibiskus ist pflegeleicht und winterhart, also perfekt für alle, die ihren Garten mit wenig Aufwand verschönern möchten.
Hier findest du alles Infos zur Pflanzung und Pflege des Gartenhibiskus.
Wissenswert
Der Gartenhibiskus (Hibiscus syriacus) wird auch als Straucheibisch, Festblume, Roseneibisch oder Syrischer Eibisch bezeichnet. Er gehört zur Familie der Malvengewächse. Der Gartenhibiskus wächst als sommergrüner Strauch und erreicht im Freiland eine Höhe von etwa 150 bis 200 Zentimetern.
Wenn du ihn im Topf oder Kübel pflanzt, bleibt er etwas kleiner. Er eignet sich also auch ideal für Terrasse oder Balkon. Im Winter wirft der Gartenhibiskus sein Laub ab und sammelt neue Kraft für den Sommer. Dann zeigt er seine zauberhaften Blüten in Rosa bis Violett, die von Juni bis in den Oktober hinein mit der Sonne um die Wette strahlen und bis zu 8 Zentimeter groß werden können.
Ursprünglich stammt der attraktive Strauch aus China, hat aber schon früh seinen Weg über alte Handelsrouten in den Orient und schließlich nach Europa gefunden. Heute ist er bei uns als Zierpflanze in Gärten und Parks sehr beliebt. Doch der Gartenhibiskus sieht nicht nur schön aus; seine Blüten und Blätter sind sogar essbar. Du kannst sie roh oder gekocht genießen, zum Beispiel als wohltuenden Tee.
Ist der Gartenhibiskus winterhart?
Der Gartenhibiskus ist bis etwa -15 Grad winterhart und damit gut für unser Klima geeignet. In den ersten Jahren freut er sich allerdings über einen leichten Winterschutz, zum Beispiel etwas Laub oder Reisig an der Basis. In milden Regionen kommt er später meist ganz ohne Schutz aus. Wenn du deinen Gartenhibiskus im Kübel hältst, solltest du ihn im Winter jedoch immer etwas einpacken. Wie das genau geht, erklären wir dir weiter unten im Abschnitt “Gartenhibiskus überwintern”.
Standort und Boden
Standort: sonnig bis halbschattig, windgeschützt, warm
Boden: Nährstoffreich, locker, durchlässig
Welchen Standort braucht der Gartenhibiskus?
Grundsätzlich gilt: Je sonniger und wärmer der Standort, desto besser wächst der Gartenhibiskus und desto mehr Blüten setzt er an. Optimal ist ein windgeschützter Platz, an dem Wärme gespeichert wird, beispielsweise vor einer südlich ausgerichteten Hauswand. Ist es zu zugig oder zu dunkel, setzt der Hibiskus weniger Blüten an. Er lässt sich auch im Gewächshaus oder unbeheizten Wintergarten wunderbar kultivieren. Dort musst du jedoch auf ausreichend Luftfeuchtigkeit achten.
Welchen Boden braucht der Gartenhibiskus?
Der Gartenhibiskus ist generell tolerant gegenüber vielen Böden, der pH-Wert sollte im leicht sauren bis alkalischen Bereich liegen. Der Boden sollte im Optimalfall nährstoffreich und gut durchlässig sein. Auf Staunässe reagiert das Malvengewächs sehr sensibel. Wenn du einen sehr schweren und lehmigen Gartenboden hast, kannst du ihn mit einer guten Portion Kompost, Sand oder Kies anreichern und auflockern.
Du bist dir unsicher, welchen Gartenboden du hast? Hier findest du alle Infos zu den verschiedenen Bodenarten.
Kann der Gartenhibiskus im Schatten wachsen?
Je schattiger und dunkler der Standort, desto langsamer wird der Hibiskus wachsen und die Blüte möglicherweise ganz ausfallen. Die Pflanze benötigt viel Sonne, um sich gut zu entwickeln. An einem zu dunklen Standort ist sie insgesamt weniger robust und somit auch anfälliger für Schädlinge und Krankheiten.
Gartenhibiskus pflanzen
Die Gartenhibiskus ist vielseitig und kann ins Freiland, aber auch in einen schicken Kübel gepflanzt werden.
Wann kann man einen Gartenhibiskus pflanzen?
Da es sich bei unserer Gartenhibiskus um sogenannte Containerware handelt, kann er fast ganzjährig zwischen März und Oktober gepflanzt werden. Es darf dabei nur nicht frieren und im Sommer sollte die Sonne nicht zu erbarmungslos vom Himmel brennen.
Was bedeutet “Containerware”?
"Containerware" bedeutet, dass die Pflanzen in Töpfen (oder “Containern”) angebaut und kultiviert werden. Sie werden in speziellen Behältern gezüchtet, die es ermöglichen, sie mit einem intakten Wurzelballen zu verkaufen und einzupflanzen. Dadurch können sich die Pflanzen deutlich schneller und besser an ihrem neuen Standort etablieren.
Bei Pflanzen, die im Freiland gezogen wurden und dann verkauft werden sollen, können die Wurzeln beim Ausgraben aus dem Boden beschädigt werden und die Pflanze muss sich erst einmal an den engen Topf gewöhnen, was natürlich auch etwas stressig für sie ist.
Einen Gartenhibiskus pflanzen - Das brauchst du:
- eine kleine Gartenschaufel
- Erde (mehr Infos unter "Standort und Boden")
- etwas Dünger, am besten organischen Langzeitdünger oder Kompost
- ggf. einen geeigneten Topf und Drainagematerial
Ist der Wurzelballen sehr verhärtet und um der Pflanze das Anwachsen zu erleichtern, kannst du den Wurzelballen aus dem Topf nehmen und für mehrere Stunden in einen Eimer mit Regenwasser stellen, damit sich die Wurzeln ordentlich vollsaugen können.
Den Gartenhibiskus ins Freiland pflanzen
Hebe mit dem Spaten ein Loch aus, sodass der Wurzelballen des Gartenhibiskus bequem darin Platz findet. Mische eine gute Portion Kompost oder etwas Langzeitdünger und bei Bedarf Sand oder Kies in den Erdaushub. Lockere die Erde im Pflanzloch mit einer Schaufel oder einer kleinen Harke etwas auf.
Nehme nun den Gartenhibiskus aus seinem Topf und entferne vorsichtig möglichst viel von der alten Erde. Setze die Pflanze mittig in das Pflanzloch und achte darauf, dass die Pflanze genauso hoch in der Erde steht wie zuvor. Halte den Gartenhibiskus nun mit einer Hand fest und fülle die Hohlräume wieder mit dem Erdaushub auf. Zum Schluss die Erde rings um die Pflanze gut andrücken und anschließend ordentlich angießen. Wenn Erde absackt, kannst du sie hinterher noch auffüllen. Zum Abschluss kommt noch eine dicke Mulchschicht auf die Erde - fertig!
Den Gartenhibiskus in einen Kübel pflanzen
Das passende Pflanzgefäß für deinen Gartenhibiskus
Wähle für den Gartenhibiskus einen Topf oder Kübel, der ausreichend breit ist. Das ist wichtig, damit sich die Wurzeln der Pflanze gut ausbreiten und entwickeln können. Für den Start ist ein Topf mit 30 bis 35 cm Durchmesser optimal. Mit den Jahren kann dieser mit der Pflanze “mitwachsen” und jährlich im Durchmesser um ein paar Zentimeter größer werden. Älterer Gartenhibiskus braucht dann irgendwann kein größeres Pflanzgefäß mehr, du solltest jedoch alle 1 bis 2 Jahre das Substrat auswechseln und deinen Gartenhibiskus mit frischer und nährstoffreicher Erde versorgen.
Mithilfe von praktischen Online-Rechnern kannst du schon vorab bestimmen, wie viel Liter Erde du für deinen Topf benötigst.
Der Kübel braucht unbedingt Abzugslöcher für überschüssiges Gieß- und Regenwasser. Warum das so wichtig ist, erklären wir unter "Pflege, Gießen und Düngen" genauer. Falls dein absoluter Lieblingstopf keine Abflusslöcher hat, kannst du den Gartenhibiskus in einen zusätzlichen, inneren Topf pflanzen und zum Gießen aus dem Übertopf herausnehmen. Stelle den Strauch erst wieder in den Übertopf, wenn das gesamte Wasser abgelaufen ist. Das ist aber nur an einem vor Regen geschützten Standort zu empfehlen!
Die Drainageschicht - Für trockene Füße
Zunächst kannst du dein Pflanzgefäß vorbereiten, indem du eine etwa handbreite Drainage-Schicht anlegst. Das bedeutet, dass grober Kies oder Blähtonkugeln auf dem Topfboden verteilt werden, anstatt sofort Pflanzerde einzufüllen. Wasser kann so viel schneller ablaufen und die Gefahr von Staunässe ist sehr gering. Praktisch ist zudem noch eine wasserdurchlässige Trennung zwischen Drainagematerial und Erde, zum Beispiel mit einer Lage Gartenvlies oder speziellem Drainagevlies. So ist es später beim Umtopfen einfacher, das Drainagematerial wiederzuverwenden.
Erde einfüllen und düngen
Möchtest du einen Langzeitdünger oder Kompost verwenden, dann kannst du ihn praktischerweise gleich mit der Pflanzerde vermengen. Eine spätere Gabe von Langzeitdünger ist auch möglich, aber dann kann er nur oberflächlich ins Substrat eingearbeitet werden. Vermische also ggf. den Dünger mit der Erde.
Den Gartenhibiskus kannst du nun aus seinem bisherigen Topf heben und ein wenig von der alten Erde entfernen. Setze den Strauch mittig in den Topf und halte ihn mit einer Hand fest, während du die Pflanzerde rund um den Wurzelballen verteilst. Der Gartenhibiskus muss auch jetzt wieder so tief gepflanzt werden, wie er vorher auch in der Erde stand. Drücke die Erde zwischendurch etwas fest, aber nicht zu stark. Zum Abschluss wird dein Gartenhibiskus kräftig angegossen.
Gartenhibiskus pflegen, gießen und düngen
Allgemeine Pflege des Gartenhibiskus
Gartenhibiskus ist pflegeleicht und fühlt sich an sonnigen Standorten wohl. Wächst dein Strauch im Freiland, hast du nur sehr wenig Arbeit mit ihm. Zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen gehört das Gießen, vor allem, wenn er im Kübel wächst oder es langanhaltend trocken ist. Auch das Düngen und ein jährlicher Schnitt sind wichtig, damit sich die Pflanze wohl fühlt.
Gartenhibiskus mulchen für ein besseres Bodenklima
Um Arbeit und Wasser zu sparen, ist es sinnvoll, die Erde rund um deinen Gartenhibiskus mit einer Mulchschicht zu bedecken. Das gilt sowohl für Pflanzen, die im Freiland wachsen, als auch für diejenigen, die im Topf wachsen. Mulch hat viele Vorteile: Feuchtigkeit wird im Boden länger gespeichert und unter der Mulchschicht kann sich ein aktives Bodenleben entwickeln. Zudem wird die Erde vor Erosion geschützt und wird im Sommer nicht so hart und trocken.
Zum Mulchen kommen unterschiedliche Materialien in Frage. Du kannst beispielsweise getrockneten Rasenschnitt, Stroh, gesundes Laub, halbreifen oder reifen Kompost, Hornspäne oder Schafwolle verwenden.
Hier findest du viele weitere nützliche Infos und Tipps zum Thema “Mulchen”.
Gartenhibiskus gießen
Frisch gepflanzter Gartenhibiskus und solcher, der im Kübel wächst, muss regelmäßig gegossen werden. Dies kann im Hochsommer sogar täglich der Fall sein. Er verträgt keine Staunässe, ist aber ansonsten pflegeleicht, was das Gießen angeht. Wächst dein Hibiskus im Freiland und ist bereits gut etabliert, brauchst du ihn nur noch zu gießen, wenn es langanhaltend trocken ist. Im Winter braucht die Pflanze generell weniger Wasser als im Sommer.
Achtung, Staunässe!
Hibiskus ist super pflegeleicht, mag jedoch keine nassen Füße! “Staunässe” bedeutet, dass seine Wurzeln dauerhaft im Wasser stehen, weil dieses nicht ablaufen kann. Wächst dein Hibiskus im Topf, solltest du nach Regenschauern oder dem Gießen darauf achten, überschüssiges Wasser möglichst schnell zu entfernen. Zudem sollte der Topf unbedingt Löcher im Boden haben.
Gartenhibiskus düngen
Um seine prächtigen Blüten auszubilden, benötigt der Hibiskus viele Nährstoffe über einen längeren Zeitraum. Deshalb eignet sich ein organischer Langzeitdünger besonders gut, um deinen Gartenhibiskus zu versorgen. Auch eine gute Portion reifer Kompost kommt dafür in Frage. Die erste Düngergabe sollte im März erfolgen und eine weitere im Hochsommer, spätestens im Juli. Du kannst den Dünger dafür rund um die Pflanze verteilen und oberflächlich in die Erde einarbeiten.
Gartenhibiskus schneiden
Den Gartenhibiskus zu schneiden ist spielend einfach, da er am diesjährigen, also neuen Holz blüht. Dadurch lässt er sich problemlos klein halten oder in eine bestimmte Form schneiden. Der beste Zeitpunkt ist dafür der Spätwinter oder das zeitige Frühjahr. Wähle dazu ein trockenes und frostfreies Zeitfenster aus.
Verwende immer sauberes, scharfes Werkzeug und setze die Schere schräg an der Basis an.
Damit der Strauch eine schön kompakte und gut verzweigte Form bekommt und erhält, kannst du die Zweige um rund ein Drittel kürzen. Setze die Schere immer über dem nächsten Blattpaar, den sogenannten “Augen”, an. Auch erfrorene sowie kreuz und quer nach innen wachsende Zweige können entfernt werden.
Gartenhibiskus überwintern
Gartenhibiskus ist bis -15 Grad winterhart, benötigt in den ersten Standjahren jedoch einen Winterschutz. Je älter die Pflanze wird, desto robuster wird sie dem Frost gegenüber.
Gartenhibiskus im Freiland überwintern
Decke den Wurzelbereich der Pflanze großzügig mit einer lockeren Schicht aus Laub und Reisig ab. Das sorgt für Isolierung und verschafft der Pflanze einen warmen Fuß. Wenn du in einer Gegend mit sehr strengen Wintern lebst, solltest du die Krone bei jungen Pflanzen mit einem Vlies einpacken, sobald sich sehr tiefe Temperaturen ankündigen. Sobald keine strengen Fröste mehr drohen, kann der Winterschutz entfernt werden.
Gartenhibiskus im Kübel überwintern
Wächst dein Gartenhibiskus im Topf oder Kübel, braucht er jedoch einen Winterschutz. Frost kann bei Pflanzen, die im Kübel wachsen, von allen Seiten in die Wurzeln eindringen und diese schädigen.
Ein Frostschutz ist im Nu angebracht. Dazu brauchst du nur ein Vlies, z.B. aus Jute, Material zum Festbinden und etwas Füllmaterial. Bringe den Hibiskus zum Überwintern am besten an einen Ort, wo er vor zu viel Regen geschützt ist, um Staunässe und Fäulnis zu vermeiden, die sich bei Kälte schnell einschleichen können.
Umwickele zuerst den Topf locker mit dem Vlies. Alternativ geht auch Luftpolsterfolie. Fülle anschließend die Hohlräume locker mit dem Füllmaterial auf. Dazu eignen sich beispielsweise trockenes Laub oder Stroh gut. Achte jedoch darauf, das Material ganz locker aufzuschichten, damit sich kein Schimmel bilden kann. Die Luft in den Hohlräumen sorgt zudem für die Isolierung. Fixiere das Ganze am Ende mit einer Schnur oder Wäscheklammern. Um dem Hibiskus einen warmen Fuß zu geben, kannst du eine Holz- oder Styroporplatte unter den Topf legen. Zum Abschluss kannst du den Wurzelbereich der Pflanze noch mit etwas Reisig oder Tannenzweigen abdecken, fertig!
Wenn du über ein kaltes Gewächshaus oder einen unbeheizten Wintergarten verfügst, kannst du auch dort deinen Gartenhibiskus im Kübel überwintern.
Krankheiten und Schädlinge am Gartenhibiskus
Grundsätzlich ist der Gartenhibiskus robust gegenüber Schädlingen und Krankheiten. Bei ungünstiger Witterung können sowohl der Echte als auch der Falsche Mehltau auftreten. Hier findest du eine detaillierte Anleitung, wie du die Pilze schnell und einfach wieder in den Griff bekommst.
Schnecken und Blattläuse laben sich gerne an dem saftigen grünen Laub des Hibiskus. Wenn es viel regnet, solltest du also ein Auge nach den Schleimern offen halten und sie regelmäßig absammeln. Auch Schneckenzäune, ein Ring aus Kaffeesatz oder Schafwolle sollen Schnecken abhalten, in der Praxis haben sich diese Methoden jedoch leider nicht bewährt. Mit einem Kupferand haben wir gute Ergebnisse erzielt. Blattläuse kannst du ganz einfach entfernen, indem du sie mit dem Gartenschlauch abspülst. Hier findest du noch weitere Tipps und Tricks, wie du die kleinen Krabbler los wirst.
Freunde von Hailey
Fragen & Antworten zu unserem Gartenhibiskus
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