Der Haselnussstrauch

Heimische Pflanzen wie die Hasel sind eine tolle Bereicherung für jeden Garten. Die Blüten des Haselnussstrauchs locken Bienen an und im Herbst können die gesunden und leckeren Nüsse geerntet werden. Sogar in einem Kübel fühlt sich die Haselnuss wohl.

Wir zeigen dir alles, was du zum Anbau und der Pflege der Haselnuss wissen musst.

Die leckeren und gesunden Haselnüsse sind die Früchte des Haselnussstrauchs (Corylus avellana). Die Hasel ist eine heimische Art und daher ein besonders wertvoller Pollenlieferant für Honigbienen und andere Insekten. Da sie so früh im Jahr blüht, überbrückt sie die Zeit, bis andere Bäume und Sträucher auch endlich ihre Blüten zum Nektarsammeln öffnen.

Der Haselnussstrauch kann im Freiland unter guten Bedingungen bis zu 5 Meter hoch werden. Allerdings kann er in Gärten durch Rückschnitte gut kleiner gehalten werden. Auch im Topf wird er längst nicht so hoch.

Ist die Haselnuss ein Strauch oder ein Baum?

Die Hasel wächst eher verzweigt und buschig, also in den meisten Fällen als Strauch. Nur ganz selten bildet die Pflanze einen einzelnen, dickeren Stamm und eine Krone aus, sodass man dann von einem Haselnussbaum sprechen kann. Das ist auch dadurch bedingt, dass die Hasel immer wieder aus der Basis austreibt und so mit den Jahren mehrere dünnere Stämme entwickelt.

Haselnuss: Standort und Boden

Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: locker, nicht zu nass

Haselnüsse gedeihen an sonnigen bis halbschattigen Plätzen. Suche deiner Pflanze daher keinen schattigen Standort aus. Haselsträucher sind tolle Heckenpflanzen und im Sommer ein guter Sichtschutz, du kannst also auch mehrere Pflanzen nebeneinander platzieren.

Bei einem Haselnussstrauch im Kübel hast du den Vorteil, dass deine Pflanze mobil ist und du sie im Sommer an einen exponierten Standort und im Winter an einen geschützten Platz stellen kannst. Haselnüsse auf dem Balkon oder der Terrasse sind also gar kein Problem, wenn du sie in ausreichend große Kübel pflanzt.

Die Hasel ist mit nahezu allen Gartenböden zufrieden. Nur, wenn dein Boden sehr tonhaltig und verhärtet ist, musst du ihn mit Sand und gekaufter Pflanzerde auflockern.

Haselnuss pflanzen

Wann pflanzt man einen Haselnussstrauch?

Für deine Hasel, vor allem eine Jungpflanze, ist es am besten, wenn sie im frostfreien späten Winter, im Frühling oder Herbst gepflanzt wird, da sie in dieser Zeit am besten anwächst. Du kannst sie aber auch den gesamten Sommer über pflanzen, solange die Sonne nicht allzu erbarmungslos vom Himmel brennt.

Aufpassen musst du, wenn die Sonneneinstrahlung sehr hoch ist. Haselnüsse mögen es zwar warm und sonnig, bei Jungpflanzen besteht aber immer die Gefahr, dass ein Sonnenbrand auftritt, da die jungen Blätter noch nicht an das direkte Sonnenlicht gewöhnt sind. Lasse sie also erstmal ein paar Tage draußen im Schatten stehen und gewöhne sie langsam an die Sonne.

Sogenannte Containerware kann fast das ganze Jahr über gepflanzt werden. Das Wort klingt nicht so toll, bedeutet aber lediglich, dass die Haselnuss in einem Topf aufgewachsen und somit schon gut in der Erde verwurzelt ist. Im Gegensatz dazu werden auch wurzelnackte Sträucher oder Ballenware verkauft, die etwas empfindlicher sind, was den richtigen Pflanzzeitpunkt angeht.

Stelle den Wurzelballen des Walnussbaums vor dem Einpflanzen für ein paar Stunden in einen Eimer mit Wasser. So können sich die Wurzeln schon mal mit Wasser vollsaugen.

Haselnuss pflanzen: Das brauchst du

  • Spaten oder Schaufel
  • je nach Bodentyp humusreiche Pflanzerde und Sand
  • je nach Jahreszeit Dünger
  • Gießkanne oder Gartenschlauch

Die Haselnuss ins Freiland pflanzen

Wenn du einen passenden Standort für deinen Haselstrauch gefunden hast, kannst du zum Spaten oder zur Schaufel greifen und ein Loch ausheben. Das Pflanzloch sollte dabei mindestens doppelt so groß sein wie der Wurzelballen. Mit einem Spaten kannst du ebenfalls ganz einfach den Boden des Pflanzlochs auflockern, indem du ihn etwa zur Hälfte in die Erde stichst und hin und her bewegst.

Die Erde aus dem Pflanzloch kannst du in Eimern zwischenlagern oder einfach einen Haufen neben dem Pflanzloch aufschütten.

Hast du sehr schweren, tonhaltigen Boden, ist es sinnvoll, das Loch etwas tiefer auszuheben und auf den Boden besonders gut zu lockern. Du kannst die Erde auch mit Sand vermengen und eine dicke Schicht dieser Mischung auf dem Boden verteilen. So können sich die Wurzeln des Strauches besser entwickeln.

Möchtest du eine Hecke pflanzen, achte auf einen Pflanzabstand von etwa 1,5 m zwischen den Haselsträuchern.

Das Pflanzloch mit Erde auffüllen

Nun wird das Pflanzloch aufgefüllt. Der Strauch sollte genauso hoch eingepflanzt werden, wie er zuvor auch in der Erde stand. Du kannst die ausgehobene Gartenerde dabei direkt beim Pflanzen mit etwas Komposterde oder anderer nährstoffreicher Pflanzerde vermischen.

An der Pflanze sollte dabei immer leicht gerüttelt werden, damit die Erde auch in die Wurzelzwischenräume gelangt. Drücke die Erde zwischendurch immer wieder fest, aber nicht zu stark. Zum Schluss kann die Erde rund um den Baum auch etwas festgetreten werden.

Anschließend wird die junge Haselnuss angegossen. Die Erde sollte durchdringend gegossen werden, dabei wird sie noch etwas absacken und du kannst noch etwas Erde nachfüllen.

Mulchen und Düngen

Nun hast du bereits beste Voraussetzungen für einen guten Start des Bäumchens geschaffen.

Eine Mulchschicht rund um den Stamm ist empfehlenswert, wenn es sehr warm ist, da sie so vor Austrocknung schützt. Bei einer Pflanzung im Herbst schützt das Mulchmaterial vor Kälte. Dazu kannst du zum Beispiel Rasenschnitt, gehäckselte Äste oder gekauften Rindenmulch verwenden.

Nur bei einer Pflanzung im Frühjahr solltest du aufs Mulchen verzichten, damit sich die noch kalte Erde durch die Sonne besser erwärmen kann. Die Ausnahme bildet hier das Mulchen mit Komposterde.

Haselnuss in einen Kübel pflanzen

Für die Kultivierung auf Terrasse oder Balkon ist die passende Größe des Topfes wichtig. In zu kleinen Töpfen hat die Pflanze nicht genug Platz, um viele und kräftige Wurzeln zu entwickeln. Mit der Größe des Topfes kannst du aber auch das Wachstum der Hasel steuern, denn in einem kleineren Topf bleibt der Strauch auch kleiner.

Bei neu gekauften Pflanzen startest du am besten mit einem Gefäß, das mindestens 30 Liter Volumen hat. Auf dieser Seite findest du einen praktischen Online-Rechner, der dir für jedes Topfmaß das entsprechende Volumen in Litern anzeigt. Ein Topf mit knapp 40 cm Durchmesser bei einer Höhe von 30 cm fasst zum Beispiel 30 Liter.

Nach einigen Jahren sollte der Topf auf 40 bis 50 Liter Erde anwachsen, da die Pflanze ja auch größer wird.

Der Topf braucht unbedingt mindestens ein Abflussloch, damit Gieß- und Regenwasser sich nicht staut. Idealerweise legst du auch eine Drainageschicht am Topfboden an. Dafür kannst du Kies, Schotter, Tongranulat oder Blähton verwenden. Erst über diese steinige Schicht kommt dann die Pflanzerde. Hier musst du darauf achten, dass du deine Haselnuss am Ende nicht zu hoch einpflanzt. Passt alles, dann fülle den Topf rund um den Wurzelballen mit der Erde auf und gieße die Pflanze kräftig an.

Haselnuss pflegen, gießen und düngen

Allgemeine Pflege

Viel Pflege erwartet der Haselnussstrauch gar nicht von dir, er ist sehr robust und pflegeleicht.

Wächst er im Topf, musst du ihn ab und an umtopfen. Irgendwann ist das Substrat im Kübel komplett durchwurzelt und alle Nährstoffe sind verbraucht. Du kannst dich nach und nach auf Töpfe mit einem Volumen von 40 - 50 Liter steigern. Haselsträucher freuen sich auch über noch größere Pflanzgefäße, allerdings musst du hier schauen, wie viel Platz du zur Verfügung hast. Je kleiner der Topf, desto kleiner bleibt auch die Pflanze. Irgendwann muss der Topf auch nicht mehr wachsen, ein Umtopfen ist aber trotzdem alle paar Jahre nötig, um die Hasel mit frischer Erde zu versorgen.

Haselnuss gießen

Eine Haselnuss im Freiland muss nur gegossen werden, wenn sie jung und das Wetter langanhaltend warm und trocken ist. Am besten ist es, nicht so oft zu gießen, aber dafür kräftig. Dann bilden sich starke Wurzeln, die tiefer ins Erdreich vordringen und sich dort mit Wasser versorgen können.

Eine Haselnuss im Kübel ist auf regelmäßige Wassergaben angewiesen, vor allem, wenn sie vor Regen geschützt steht. Die Erde kann zwischendurch ruhig etwas antrocknen, sollte aber nie ganz austrocknen.

Achtung, Staunässe!

Im Topf kann es leicht passieren, dass du deine Haselnuss mit zu viel Wasser versorgst. Wenn das Wasser gut ablaufen kann, ist das kein Problem. Ein Topf ohne Abflusslöcher jedoch ist das sichere Todesurteil jeder Kübelpflanze. Für einen guten Abfluss sorgt auch eine Drainageschicht am Topfboden - damit beugst du der gefürchteten Staunässe sicher vor.

Haselnuss düngen

Im Freiland ist eine jährliche Düngung mit Komposterde ausreichend. Diese kannst du im Frühjahr rund um den Strauch auf der Erde verteilen und einarbeiten. Auch im Topf freut sich die Haselnuss über frische Erde. Wenn du sie nicht komplett umtopfen möchtest, kannst du vorsichtig die oberste Erdschicht entfernen und den Topf mit frischer Kübelpflanzenerde auffüllen.

Haselnuss schneiden

Ein Haselnussstrauch kann mit den Jahren groß und buschig werden. Durch einen regelmäßigen Rückschnitt kannst du ihn in der Höhe begrenzen. Der Schnitt findet im Herbst nach der Ernte statt, da man im Frühjahr zu viele Blüten abschneiden würde.

Am besten ist es, den Strauch alle paar Jahre um etwa ein Drittel der Höhe einzukürzen. Vergisst du das mal, ist das auch kein Problem, denn Haselnusssträucher können auch nach einem radikalen Rückschnitt leicht neu austreiben. Selbst, wenn nur der untere Teil der Stämme stehen gelassen wird, bildet die Pflanze dort neue Triebe. Diese Fähigkeit wird als Stockausschlag bezeichnet. Sollte dir der Strauch also mal zu groß werden, kannst du ihn recht radikal schneiden und musst keine Angst haben, dass er eingeht.

Diese Fähigkeit wird sich auch bei der Aufzucht der Pflanzen zunutze gemacht. Damit ein schön buschiger Strauch entsteht, werden dickere Triebe zurückgeschnitten. Wenn du bei einer gekauften jungen Haselnuss also Schnittstellen siehst, ist das ganz normal.

Bei einem Schnitt kannst du den Strauch auch auslichten, wenn er zu dicht und buschig wächst.

Aus den flexiblen Haselnusszweigen lassen sich tolle Sachen machen, zum Beispiel Körbe, Kränze oder Zäune zur Umrandung des Gemüsebeets.

Haselnüsse ernten, lagern und verarbeiten

Haselnuss: Blüte- und Erntezeit

Die Hasel blüht im Februar und März, in milden Jahren kann es auch schon Ende Januar losgehen. An einem Strauch gibt es sowohl weibliche als auch männliche Blüten, die sich gegenseitig bestäuben und befruchten können, der Pollen wird durch den Wind verteilt. Die männlichen Blüten sind als lange, hängende Kätzchen gut sichtbar. Bei einer Bestäubung durch andere Haselnusssträucher in der Nähe wird der Ernteertrag erhöht. Zuchtformen der Haselnuss können dabei auch durch Wildformen bestäubt werden. Da der Pollen der Hasel sehr weit fliegen kann (wie viele Allergiker wissen), ist fast immer irgendwo eine weitere Pflanze für die zusätzliche Bestäubung in ausreichender Nähe vorhanden.

Sehr junge Haselnusssträucher können noch keine Nüsse entwickeln, aber mit den Jahren wird die Ernte immer größer ausfallen.

Im September beginnt die Erntezeit der Haselnüsse und erstreckt sich bis in den Oktober. Solange die Nüsse noch am Baum hängen, sind sie noch nicht reif.

Haselnüsse lagern

Wenn du reife Nüsse gesammelt hast, musst du sie in ihrer Schale noch für 4 - 6 Wochen trocknen lassen. Dazu kannst du sie in Kisten ausbreiten und diese an einen trockenen Ort im Haus stellen. Die Nüsse sollten nicht vor einem Fenster in der prallen Sonne liegen, sonst werden sie viel zu warm und schmecken später ranzig. Sie müssen langsam getrocknet werden und benötigen keine zusätzliche Wärmequelle.

Liegen die Nüsse in Kisten, die unten komplett geschlossen sind, müssen sie regelmäßig gewendet werden. Du kannst Haselnüsse aber auch in Säcken trocknen, zum Beispiel in normalen Jutebeuteln oder Netzen, wie man sie vom Kartoffelkauf kennt. Darin können sie einfach aufgehängt werden.

Durch die Trocknung verlieren die Nüsse deutlich an Gewicht, weil das enthaltene Wasser verdunstet. Danach können sie problemlos mehrere Monate lang trocken aufbewahrt und nach Bedarf geknackt werden.

Es ist übrigens auch möglich, nach der Trocknung die geknackten Haselnusskerne einzufrieren bzw. sie zu mahlen und dann einzufrieren.

Haselnüsse verarbeiten - unendlich viele leckere Rezepte

Haselnüsse werden im Herbst geerntet und müssen dann noch einen guten Monat trocknen. Sie sind also genau rechtzeitig zur Weihnachtszeit “fertig”, um zu allerlei leckeren Plätzchen verarbeitet zu werden. Dazu eignen sich je nach Rezept gemahlene Haselnüsse, gehackte oder ganze Nüsse.

Besonders aromatisch schmecken Haselnüsse, wenn sie geröstet werden. Haselnüsse sind rund ums Jahr ein toller Snack für zwischendurch und eine leckere Beigabe im Müsli oder Porridge.

Auf einem Metalltablett steht ein mit Granola gefülltes, geöffnetes Einmachglas. Auf dem Tablett liegt etwas von der Granola-Mischung und ganze Haselnüsse und Walnüsse liegen daneben.
Selbstgemachtes Granola mit gerösteten Walnüssen und Haselnüssen bereichert jedes Müsli.

Haselnuss: Inhaltsstoffe und Nährwerte

Haselnüsse sind super gesund, unter anderem aufgrund ihres hohen Anteils an ungesättigten Fettsäuren, Vitamin E, B-Vitaminen, Calcium und Kalium. Außerdem stecken sie voller Proteine. Wie alle Nüsse enthalten sie viele Kalorien, aber wenn man sie nicht haufenweise zu sich nimmt, ist das kein Problem und Nüsse keine Dickmacher.

Die folgende Tabelle gibt einen kleinen Überblick über die Nährwerte der Haselnuss:

Nährwerte je 100 g

Kalorien 628 kcal
Fett 61 g
Kohlenhydrate 17 g
Eiweiß 15 g

Haselnuss überwintern

Haselnusssträucher sind im Freiland winterhart und können ohne Schutz überwintern. Pflanzt du deine Haselnuss im Herbst, freut sie sich im ersten Winter über eine schützende Schicht rund um den Stamm, zum Beispiel aus Laub oder Tannenzweigen.

Bei einer Pflanze im Kübel besteht die Gefahr, dass die Erde gefriert. Der Topf muss also vor Frost geschützt werden. Wie das genau funktioniert, erklären wir hier am Beispiel der Feige.

Krankheiten und Schädlinge an der Haselnuss

Die Hasel ist robust und nicht anfällig für Blattkrankheiten. Ein Schädling ist der Haselnussbohrer. Dieser kleine Käfer durchbohrt die Nussschale und legt seine Eier in der unreifen Nuss ab. Die geschlüpften Larven fressen sich in der Nuss kugelrund und verlassen diese dann wieder durch das gebohrte Loch. Sobald du angebohrte Nüsse entdeckst, musst du diese möglichst frühzeitig pflücken und im Restmüll entsorgen, damit die Larven die Nüsse gar nicht erst verlassen können.

Da unsere Bloomify Haselnuss aber eine frühe Sorte ist, ist sie relativ gut geschützt gegen den Haselnussbohrer. Die Schale der Haselnuss verholzt nämlich schon früh im Jahr und ist dann für den Schädling undurchdringbar.

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