Der Indische Chili
Indischer Chili steht für intensive Schärfe und exotisches Aroma. Schon wenige Früchte reichen aus, um Gerichte kräftig zu würzen. Und auch die Pflanze sieht zudem sehr dekorativ aus - entsprechend spannend ist es, diese besondere Chilipflanze selbst zu kultivieren.
Mit etwas Wärme, Geduld und regelmäßiger Pflege lässt sich Indischer Chili auch hierzulande gut im Topf oder Gewächshaus anbauen. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, worauf es ankommt.
Der Indische Chili gehört botanisch zur Art Capsicum chinense, einer Chili-Art, die für ihre extreme Schärfe bekannt ist. Auch die Habaneros gehören zu dieser Art. Trotz des Namens stammt der indische Chili ursprünglich aus Mittel- und Südamerika, wird aber seit Jahrhunderten in Indien kultiviert und weiterentwickelt. Eine der bekanntesten Sorten ist Dorset Naga, die zeitweise als einer der schärfsten Chilis der Welt galt. Auch bei unserer Chilipflanze Indira handelt es sich um die Sorte Dorset Naga, die wir uns in diesem Wissenstext genauer anschauen.
Typisch für Indischen Chili sind die leicht runzeligen, unregelmäßig geformten Früchte, die von Grün zu Rot abreifen. Die Blätter sind mittelgroß, weich und sattgrün, die weißen Blüten eher unscheinbar, aber zahlreich. Die Pflanze wächst buschig und verzweigt sich gut.
Im Topf erreicht Indischer Chili meist eine Höhe von 60 bis 100 cm, je nach Topfgröße, Standort und Pflege. Die Pflanze ist mehrjährig, wird bei uns aber häufig einjährig kultiviert oder frostfrei überwintert.
Scoville-Wert des Indischen Chilis (Dorset Naga)
Die Schärfe von Chilis wird in Scoville Heat Units (SHU) angegeben. Dorset Naga zählt zu den sehr scharfen Chilis und erreicht je nach Anbaubedingungen etwa 800.000 bis über 1.000.000 Scoville. Zum Vergleich: Eine klassische Jalapeño liegt bei rund 5.000 Scoville. Die Schärfe entsteht durch den Stoff Capsaicin, der vor allem in den Scheidewänden und an den Samen sitzt. Je reifer und sonnenverwöhnter die Früchte sind, desto höher fällt meist auch die Schärfe aus.
Indischer Chili: Standort und Boden
Indischer Chili liebt Wärme, Sonne und einen geschützten Standort. Ideal sind ein sonniger Balkon, eine Terrasse oder ein Gewächshaus. Als Zimmerpflanze eignet sich Chili nur eingeschränkt, da Lichtmangel schnell zu schwachem Wachstum und geringer Fruchtbildung führt.
Der Boden sollte locker, nährstoffreich und gut durchlässig sein. Sehr gut eignet sich eine hochwertige Gemüse- oder Tomatenerde aus dem Sack, die Wasser speichert, aber keine Staunässe verursacht. Für den Topfanbau ist eine Drainageschicht aus Blähton oder Kies besonders wichtig.
Wichtig: Da die Früchte extrem scharf sind, sollte die Pflanze an einem für Kinder unzugänglichen Ort stehen.
Indischen Chili aussäen
Indischer Chili sollte immer vorgezogen werden, da die Pflanzen eine lange Entwicklungszeit haben. Die Aussaat beginnt idealerweise zwischen Januar und Februar. Die Samen werden in Anzuchterde gelegt, nur leicht bedeckt und bei 25 - 28 °C keimen gelassen. Eine gleichmäßige Wärme ist entscheidend, denn ohne sie keimen die Samen nur sehr langsam oder gar nicht.
Nach dem Keimen brauchen die Jungpflanzen viel Licht, sollten aber kühler gestellt werden, sonst vergeilen sie. Sobald sich mehrere echte Blätter gebildet haben, können die Pflanzen pikiert und in größere Töpfe umgesetzt werden.
Eine Heizmatte unter den Anzuchttöpfen kann die Keimrate deutlich verbessern.
Hier findest du eine detaillierte Anleitung zur Anzucht von Chili- und Paprikapflanzen.
Aussaat: Schnellüberblick
| Aussaat im Haus: | ab Februar |
|---|---|
| Standort: | sonnig, warm, windgeschützt |
| Aussaattiefe: | 0,5 cm |
| Pflanzabstand: | 40 cm |
| Dauer Keimung: | 10 bis 14 Tage |
| Monate Ernte: | Juli bis Oktober |
Indischen Chili pflanzen
Egal, ob selbst vorgezogene oder gekaufte Jungpflanzen: Nach den Eisheiligen, also ab Mitte Mai, dürfen die Pflanzen nach draußen. Vorher sollten sie langsam an Sonne und Wind gewöhnt werden.
Wir empfehlen, Indischen Chili nicht im ungeschützten Freiland anzubauen. Dafür ist es bei uns im Sommer oft zu wechselhaft. Ideal sind Töpfe auf Balkon oder Terrasse, kleine Hochbeete an geschützten Standorten oder Gewächshäuser.
Für den Topfanbau empfiehlt sich ein Gefäß mit mindestens 10 - 15 Litern Volumen, besser mehr. Es muss Abflusslöcher für Gieß- oder Regenwasser haben.
Beim Einpflanzen wird der Wurzelballen vorsichtig aufgelockert, besonders wenn er stark durchwurzelt ist. Das regt die Pflanze an, neue Feinwurzeln zu bilden und verbessert die Nährstoffaufnahme.
Indischen Chili pflegen, gießen und düngen
Indischer Chili wächst buschig und benötigt meist keine aufwändige Pflege. Ein gelegentliches Auslichten sorgt für bessere Belüftung. Bei sehr hohem Fruchtansatz kann eine Stütze sinnvoll sein.
Die Pflanze mag es gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Staunässe führt schnell zu Wurzelfäule. Besonders im Sommer kann tägliches Gießen nötig sein, vor allem im Topf.
Als Starkzehrer benötigt Indischer Chili regelmäßig Nährstoffe. Ab der Blütenbildung sollte etwa alle 1 - 2 Wochen mit einem organischen Gemüse- oder Tomatendünger gedüngt werden. Eine gute Kaliumversorgung unterstützt Blüten- und Fruchtbildung.
Indischen Chili ernten, lagern und verarbeiten
Die Früchte werden geerntet, sobald sie ihre endgültige rote Farbe angenommen haben. Grüne Früchte sind unreif und weniger aromatisch. Geerntete Chilis lassen sich frisch verwenden, trocknen oder einfrieren.
Beliebte Rezeptideen sind Chiliöl, scharfe Currys, Chilipaste, Sambal Oelek, fermentierte Chilisaucen oder getrocknete Chilipulver. Aufgrund der extremen Schärfe reicht oft schon eine kleine Menge.
Beim Verarbeiten immer Handschuhe tragen – der Saft kann Haut und Augen stark reizen.
Chili: Inhaltsstoffe und Nährwerte
Indischer Chili enthält große Mengen Capsaicin, das für die Schärfe verantwortlich ist. Außerdem liefert er Vitamin C, Vitamin A und sekundäre Pflanzenstoffe. Da Chili aber nur in kleinen Mengen verzehrt wird, sind die Inhaltsstoffe nicht ganz so entscheidend.
Sind Chilis und ihre Schärfe gesund?
Der in Chilis enthaltene Stoff Capsaicin ist gut erforscht. Wissenschaftlich belegt ist, dass Capsaicin schmerzlindernd wirken kann, da es bestimmte Schmerzrezeptoren reizt und bei regelmäßiger Aufnahme deren Empfindlichkeit senkt. Außerdem kann es die Durchblutung fördern und die Verdauung anregen, da die Produktion von Magensaft erhöht wird. In sehr großen Mengen kann Capsaicin jedoch die Schleimhäute reizen, besonders bei empfindlichen Menschen. Scharfe Chilis sollten daher immer maßvoll genossen werden.
Nährwerte je 100g
| Kalorien | 32 kcal |
|---|---|
| Fett | 0,4 g |
| Kohlenhydrate | 5,2 g |
| Eiweiß | 1,9 g |
Indischen Chili überwintern
Chili wird hierzulande meist einjährig kultiviert. Die Pflanze ist aber mehrjährig und kann überwintert werden. Dafür wird sie vor dem ersten Frost ins Haus geholt und an einen hellen, kühlen Ort (10 - 15 °C) gestellt. Während der Überwinterung wird nur wenig gegossen und nicht gedüngt. Im Frühjahr treibt die Pflanze neu aus.
Krankheiten und Schädlinge an der Chili
Die Blätter der Chili werden im Frühjahr gerne von Blattläusen besucht, die sich vor allem auf den Blattunterseiten rasant vermehren können. Dies ist daran zu erkennen, dass die Blätter sich einrollen und kräuseln, außerdem sind die kleinen Tierchen gut zu erkennen. Wenige von ihnen sind nicht so schlimm. Hier gibt es Tipps, was du bei einem Befall mit Blattläusen unternehmen kannst.
Hartnäckiger können sich Spinnmilben halten, vor allem im Gewächshaus. Sie sind an feinen Gespinsten an den Blättern zu erkennen. Schaust du genau hin, kannst du die winzigen Spinnentierchen in ihren Netzen herumkrabbeln sehen. Spinnmilben lieben trockene Luft und treten daher oft im Winterquartier auf. Wische die Gespinste frühzeitig ab. Meistens hilft das schon, sodass kein Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln nötig ist.
Der beste Schutz gegen Schädlinge sind übrigens Nützlinge, also andere Insekten, die die Schädlinge bekämpfen und fressen. Du solltest in deinem Garten vielfältige Angebote an natürliche Feinde der Blattläuse und anderer Schädlinge machen, zum Beispiel in Form von Insektenhotels oder Blühpflanzen. Marienkäfer fressen Blattläuse und du kannst sie sogar gezielt auf befallene Blätter setzen, solltest du einen entdecken.
Freunde von Indira
Fragen & Antworten zu unserer Chili
Alle Chilis mögen es warm und sonnig und gerne auch regen- und windgeschützt. In unseren Breitengeraden ist es im Freiland meist etwas zu kühl und windig, aber das kommt natürlich auch auf deinen genauen Wohnort und die Witterung an.
In einem Topf kannst du auf jeden Fall einfacher einen geeigneten Standort für sie auswählen.
Die Chili verträgt keinen Frost und ist somit nicht winterhart. Die Pflanze ist aber mehrjährig, das heißt, sie stirbt im Herbst nicht ab, wie das einjährige Pflanzen tun. Dazu muss die Chili aber die kalte Jahreszeit über sehr hell stehen, ideal sind Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad. Ist es wärmer oder zu dunkel, steigt das Risiko eines Schädlingsbefalls, zum Beispiel durch Blattläuse oder Spinnmilben.
Aktualisiert am