Der Kohlrabi
Kohlrabi gehört zu den Gemüsesorten, die schnell Erfolgserlebnisse bringen. Er wächst zügig, braucht wenig Platz und lässt sich sowohl im Beet als auch im Topf anbauen. Mit seiner milden, leicht süßlichen Knolle ist er vielseitig in der Küche einsetzbar und eignet sich hervorragend für alle, die mit dem Gärtnern starten oder zwischendurch unkompliziert Gemüse ernten möchten. Wir zeigen dir, worauf es beim Anbau und bei der Pflege von Kohlrabi ankommt.
Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes) gehört zur Pflanzenfamilie der Kreuzblütler und ist damit eng verwandt mit Brokkoli, Blumenkohl, Grünkohl und Weißkohl. Anders als bei seinen Verwandten wird beim Kohlrabi jedoch kein Blatt, keine Blüte und keine Wurzel geerntet, sondern eine verdickte Sprossachse, die oberirdisch wächst.
Die Knolle sitzt direkt über dem Boden und ist je nach Sorte hellgrün, weißlich oder violett gefärbt. Aus ihr wachsen lange Blattstiele mit großen, leicht gewellten Blättern. Kohlrabi bildet keine klassische Wurzelknolle wie Möhren oder Rote Bete.
Je nach Sorte erreicht Kohlrabi eine Knollengröße von etwa 6 bis 10 cm, manche Sorten auch etwas mehr. Wird er rechtzeitig geerntet, bleibt das Fleisch zart und saftig. Lässt man ihn zu lange stehen, kann er holzig werden.
Kohlrabi: Standort und Boden
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: locker, humusreich
Kohlrabi bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Je mehr Licht die Pflanze bekommt, desto schneller wächst sie. Zu große Hitze sollte jedoch vermieden werden, da sie das Wachstum bremsen und die Knollenqualität beeinträchtigen kann.
Der Boden sollte locker, humusreich und gleichmäßig feucht sein. Ideal ist eine hochwertige Gemüse- oder Komposterde, die gut Wasser speichern kann, ohne zu vernässen. Reine, stark vorgedüngte Komposterde ist für Kohlrabi nicht ideal, da er kein Starkzehrer ist und zu viel Stickstoff das Blattwachstum auf Kosten der Knolle fördert.
Kohlrabi aussäen
Direktsaat von Kohlrabi
Kohlrabi kann ab April direkt ins Beet gesät werden. Die Samen werden etwa 1 - 2 cm tief in die Erde gelegt. Eine Kohlrabipflanze sollte in alle Richtungen 30 cm Platz haben, damit sich die Knolle gut entwickeln kann. Du hast folgende Optionen:
- Du säst die Samenkörner etwas enger aus. Dann kannst du die Jungpflanzen später noch umsetzen. Und falls nicht alle Samenkörner keimen, hast du trotzdem genug Pflänzchen.
- Du säst mit größerem Abstand und nutzt den Platz zwischen den Pflanzen in den ersten Wochen für schnell wachsende Kulturen, z.B. Pflücksalat oder Spinat, der jung geerntet wird.
Lockere bei der Direktsaat den Boden gut auf und ziehe mit dem Finger oder einem Stock 0,5 bis 1 cm (ca. eine halbe Fingerkuppe) tiefe Rillen in den Boden. Säe den Kohlrabi aus und bedecke die Körnchen mit Erde. Drücke die Erde leicht an. Jetzt wird die frische Aussaat noch gegossen, aber dabei musst du vorsichtig vorgehen: Die Erde darf nicht aufgeschwemmt werden.
Kohlrabi vorziehen
Für einen früheren Start empfiehlt sich die Voranzucht ab März auf der Fensterbank oder im Gewächshaus. Nach etwa 4 - 5 Wochen können die Jungpflanzen ins Beet oder in Töpfe gesetzt werden.
Vorgezogener Kohlrabi wächst oft gleichmäßiger und die Jungpflanzen sind robuster, wenn sie ins Freiland kommen.
Zur Aussaat benötigst du:
- Anzuchtschale oder -töpfe
- Anzuchterde
- dein Saatgut
- kleine Gießkanne
Beim Vorziehen brauchst du nur deine Anzuchtschale oder die entsprechenden Töpfchen gleichmäßig mit Anzuchterde füllen. Pro Topf kannst du 3 bis 4 Samen legen und die Sämlinge später vereinzeln. In der Anzuchtschale solltest du einen Abstand von 15 cm zwischen den Samen lassen (in alle Richtungen), die Pflänzchen werden später pikiert. Die Samenkörner werden etwa 0,5 bis 1 cm tief gesät, mit Erde bedeckt und leicht angegossen.
Nach etwa 7 bis 10 Tagen recken sich die ersten Keimlinge aus der Erde. Stelle die Pflanzen jetzt kühler, um ein Schießen zu vermeiden. Sobald sich nach den beiden Keimblättern (also die ersten Blätter, welche sich aus der Erde recken) zwei weitere bilden, ist es Zeit zum Pikieren.
Kohlrabi pikieren
Wenn du Kohlrabi selbst vorziehst, sollten die Jungpflanzen pikiert werden, sobald sie neben den Keimblättern die ersten echten Laubblätter gebildet haben. Beim Pikieren setzt du die einzelnen Pflänzchen vorsichtig in eigene kleine Töpfe oder mit größerem Abstand um. Das fördert ein kräftiges Wurzelwachstum und sorgt dafür, dass sich später gleichmäßige Knollen entwickeln. Achte darauf, die Jungpflanzen nicht tiefer zu setzen als zuvor, da Kohlrabi sonst schlecht Knollen bildet.
Beim Pikieren die Pflänzchen immer an den Blättern anfassen – nicht am zarten Stängel.
Schnellüberblick
| Aussaat im Haus: | ab März |
|---|---|
| Aussaat im Freiland: | April bis Juli |
| Standort: | sonnig bis halbschattig |
| Aussaattiefe: | 0,5 - 1 cm |
| Pflanzabstand: | 25 - 30 cm |
| Dauer Keimung: | 1 - 2 Wochen |
| Monate Ernte: | Mai bis August |
Kohlrabi pflanzen
Egal ob selbst gezogene oder gekaufte Jungpflanzen - ab April ist es warm genug, die Pflanzen nach draußen ins Beet zu setzen. Hier gelten dann dieselben Abstände wie bei der Direktsaat ins Freie. Bevor du sie jedoch nach draußen pflanzt, ist ein Abhärten notwendig. Dafür stellst du die kleinen Kohlrabipflanzen tagsüber raus und holst sie nachts wieder herein - am besten ein paar Tage lang.
Für den Topfanbau eignet sich ein Gefäß mit mindestens 10 - 15 Litern Volumen und guter Drainage. Eine Drainageschicht aus Blähton oder Kies verhindert Staunässe. Kohlrabi sollte generell nicht zu tief gesetzt werden, da sich die Knolle sonst schlecht ausbildet.
Kohlrabi pflegen, gießen und düngen
Kohlrabi pflegen
Kohlrabi ist pflegeleicht. Wichtig ist, den Boden locker zu halten und regelmäßig Unkraut zu entfernen, damit keine Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe entsteht.
Kohlrabi gießen
Eine gleichmäßige Wasserversorgung ist entscheidend. Trockenperioden führen schnell dazu, dass die Knollen holzig werden oder aufplatzen, wenn dann wieder gegossen wird.
Lieber regelmäßig und moderat gießen als selten große Wassermengen geben.
Kohlrabi düngen
Kohlrabi zählt zu den Mittelzehrern. Eine Grundversorgung über eine nährstoffreiche Pflanzenerde reicht meist aus. Bei sehr nährstoffarmen Böden oder bei Kultur im Topf kann nach etwa 3 - 4 Wochen sparsam mit einem organischen Gemüsedünger nachgedüngt werden.
Kohlrabi ernten, lagern und verarbeiten
Je nach Sorte ist Kohlrabi 6 - 10 Wochen nach der Pflanzung erntereif. Geerntet wird am besten, wenn die Knolle etwa tennisballgroß ist. Kleinere Knollen sind besonders zart und aromatisch. Ziehe die gesamte Knolle samt Wurzelwerk aus der Erde.
Frisch geernteter Kohlrabi hält sich im Kühlschrank, idealerweise im Gemüsefach, etwa 1 - 2 Wochen. Die Blätter sollten vorher entfernt werden, da sie der Knolle Feuchtigkeit entziehen.
Werfe die Blätter nicht weg! Sie sind essbar und eignen sich gut für Suppen oder Pfannengerichte.
Kohlrabi kann roh, gekocht, gebraten oder gedünstet gegessen werden. Besonders beliebt sind Kohlrabi-Gemüse mit heller Soße, Kohlrabi-Rohkostsalat mit Apfel, Kohlrabi aus dem Ofen oder gefüllter Kohlrabi. Auch in Gemüsesuppen, Pfannengerichten oder fein gehobelt als Kohlrabi-Carpaccio wird er gerne verwendet.
Kohlrabi: Inhaltsstoffe und Nährwerte
Kohlrabi besteht zu einem großen Teil aus Wasser und ist sehr kalorienarm. Er liefert Ballaststoffe sowie Vitamin C, Kalium und sekundäre Pflanzenstoffe. Besonders die Blätter enthalten viele Nährstoffe und werden häufig unterschätzt.
Nährwerte je 100 g
| Kalorien | 26 kcal |
|---|---|
| Fett | 0,1 g |
| Kohlenhydrate | 3,5 g |
| Eiweiß | 2 g |
Krankheiten und Schädlinge am Kohlrabi
Typische Schädlinge beim Kohlrabi sind Erdflöhe, Kohlweißlingsraupen und Blattläuse. Erdflöhe erkennt man an kleinen Löchern in den Blättern, vor allem bei trockenem Wetter.
Gleichmäßige Bodenfeuchte und ein fein gelockerter Boden machen es Erdflöhen deutlich schwerer.
Pilzkrankheiten treten meist nur bei Staunässe oder sehr dichtem Stand auf. Eine gute Luftzirkulation und angepasste Wassergaben beugen Problemen zuverlässig vor.
Wenn du bei deinem Kohlrabi braune, schorfige Stellen an der Knolle entdeckst, handelt es sich dabei nicht um eine Krankheit. Es bedeutet lediglich, dass es höchste Zeit wird, zu ernten. Je später die Knollen geerntet werden, desto mehr neigen sie zum Verholzen. Sie bekommen dann trockene, faserige Stellen, verformen sich teilweise und sind nicht mehr so lecker.
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Fragen & Antworten zu unserem Kohlrabi
Du kannst deinen Kohlrabi ab Februar im Haus auf der Fensterbank vorziehen oder ab Mitte März direkt ins Beet säen. Die späteste Aussaat sollte im Juli erfolgen, da der Kohlrabi ansonsten nicht mehr vor dem Herbst ausreifen kann.
Ja, du kannst deinen Kohlrabi sowohl im Freiland als auch im Topf kultivieren. Wichtig ist ein ausreichend großes und tiefes Pflanzgefäß, 15 bis 20 Liter Fassungsvermögen sind ein guter Richtwert. Außerdem ist eine Drainage am Topfboden aus Tonscherben, Kies oder Granulat wichtig, damit keine Staunässe entstehen kann.
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