Der Echte Lavendel als Stämmchen

Mit seinen traumhaft schönen Blüten und dem herrlichen Duft zaubert Lavendel mediterranes Urlaubsflair in deinen Garten. Er zieht Hummeln und Bienen magisch an und spendet uns in Kräuterbädern wohltuende Entspannung. Der Lavendel als Hochstämmchen sieht durch seine elegante Wuchsform nicht nur wunderschön aus, sondern ist auch bestens für kleine Gärten und Balkone geeignet.  

Hier erfährst du alles, was du zur Pflanzung und Pflege des Lavendel-Hochstämmchens wissen musst.

Wissenswert

Lavendel gehört wie viele andere Kräuter auch zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler. Er wächst als mehrjähriger Halbstrauch. Seine Blätter sind schmal und länglich, leicht behaart und grau-grün gefärbt. Die lilafarbenen Blüten des Lavendels sind bei Bienen, Hummeln und anderen Insekten äußerst beliebt. Er ist eine geschätzte Heilpflanze, kann aber auch zum Würzen verwendet werden. Aus seinen Blättern wird das wunderbar duftende Lavendelöl hergestellt.

Der Echte Lavendel (Lavendula angustifolia bzw. officinalis) als Hochstämmchen sieht nicht nur super elegant aus, er benötigt im Beet weniger Fläche und du kannst geschickt auf mehreren Ebenen gärtnern. Du kannst ihn prima mit niedrigeren, bodennah wachsenden Pflanzen kombinieren. Noch ein weiterer Vorteil ist, dass er eine angenehme Arbeitshöhe hat und du die Blüten und Blätter ganz bequem ernten kannst, ohne dich tief zu bücken oder in die Knie zu gehen.

Ursprünglich stammt der duftende Halbstrauch aus dem westlichen Mittelmeerraum, vor allem aus den Bergregionen Spaniens, Südfrankreichs und Italiens. Dementsprechend mag er es sonnig, warm und trocken. Es handelt sich jedoch um eine sehr anpassungsfähige Pflanze, die auch in unseren Breitengraden gut gedeiht.

Mit einem Lavendel - egal, ob als Busch oder Hochstämmchen - holst du dir eine Pflanze mit uralter Kulturgeschichte ins Haus. Bereits die alten Ägypter nutzten ihn zur Einbalsamierung der Verstorbenen. Im alten Rom war er für duftende Bäder hoch geschätzt, was ihm auch seinen Namen einbrachte. Das Wort “Lavendel” stammt nämlich vom lateinischen Begriff “lavare” ab, was “waschen” bedeutet.  Im Mittelalter pflanzten Mönche Lavendel in Klostergärten, um ihn als Heilpflanze gegen Schlafprobleme, Magenbeschwerden und zur Wundheilung zu benutzen. Er galt sogar als Schutzpflanze gegen böse Geister, Dämonen und die Pest. Um diese zu vertreiben, wurden Lavendelsträuße an die Türen gehängt.

Standort und Boden

Standort: sonnig und warm
Boden: locker, steinig-sandig, nährstoffarm und trocken

Da der Lavendel ursprünglich aus mediterranen und damit sehr warmen Gefilden kommt, ist ein sonniger Standort Grundvoraussetzung für eine reich blühende und gesunde Pflanze.

Da sie sich in ihrer natürlichen Umgebung vor allem an und zwischen Felsen ansiedelt, braucht sie außerdem ein trockenes Plätzchen, um gut zu gedeihen. Das bedeutet, dass sie besonders gut mit steinig-sandigem Boden auskommt - mit dem die meisten anderen Pflanzen eher unzufrieden sind. Unbedingt aber sollte der Boden locker genug sein, so dass Regen- und Gießwasser gut ablaufen können. Um seinen Standort- und Bodenansprüchen gerecht zu werden, kannst du deine Gartenerde mit Sand oder feinem Kies vermengen. Im Topf ist das natürlich auch möglich. Zudem ist ein vor starkem Wind geschützter Standort wichtig, damit das Stämmchen bei Sturm nicht abknicken kann.

Ein guter Wasserabfluss ist besonders wichtig, wenn du das Lavendel-Stämmchen im Topf auf der Terrasse oder dem Balkon anpflanzen möchtest. Staunässe verträgt die Pflanze gar nicht. Du kannst sie verhindern, indem du vor dem Einpflanzen eine Schicht Kies, Steine oder Blähton am Boden des Kübels verteilst und eine Tonscherbe über das Bodenloch legst. So kann es nicht mit Erde oder Steinchen verstopfen.

Lavendel ist grundsätzlich sehr genügsam, was Nährstoffe angeht. Die Pflanze ist ein Schwachzehrer und nicht auf regelmäßige Düngergaben angewiesen, um kräftig zu wachsen. Bei der Pflanzung solltest du dem Lavendel trotzdem etwas Langzeitdünger gönnen. Für den Anbau im Kübel eignet sich nährstoffarme Pflanzerde vermengt mit Sand. Weitere Infos zur Düngung folgen unter "Pflege, Gießen und Düngen".

Gute Nachbarn: Thymian, Salbei, Oregano, Rosmarin
Schlechte Nachbarn: Kräuter, die feuchte Erde lieben (z. B. Petersilie, Minze oder Basilikum)

Lavendel-Stämmchen pflanzen

Das Lavendel-Hochstämmchen ist winterhart und kann somit im Freiland oder Topf kultiviert werden. Die ideale Zeit, um den Lavendel-Stamm ins Freiland zu setzen, ist das späte Frühjahr - etwa ab Mitte Mai, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist. Eine spätere Pflanzung ist auch möglich, doch je näher der Winter rückt, desto weniger Zeit hat das Stämmchen, ausreichend dicke Wurzeln für die frostige Jahreszeit zu bilden. Schütze deinen Lavendel-Stamm also im ersten Winter umso besser vor der Kälte, je später du ihn gepflanzt hast. Das gilt fürs Freiland, aber auch für Kübel auf Balkon oder Terrasse.

Zur Pflanzung brauchst du:

  • eine kleine Handschaufel
  • etwas Dünger, am besten organischer Langzeitdünger
  • Material für eine gute Drainage (Kies, Sand, Blähton...)
  • Einen Stab zum festbinden
  • ggf. ein Pflanzgefäß und Erde
  • Zunächst musst du die Pflanze behutsam aus ihrem bisherigen Topf heben und vorsichtig ein wenig von der alten Erde entfernen. Die Wurzeln sollten dabei nicht beschädigt werden, oft reicht es schon, die alte Erde etwas abzuschütteln.

Pflanzung ins Beet

Lockere die Erde gründlich auf und hebe mit der Schaufel ein Loch aus, in das der Wurzelballen der Pflanze bequem hinein passt. Achte darauf, dass es nicht zu tief ist. Möchtest du mehrere Lavendelpflanzen ins Beet setzen, achte auf einen Abstand von etwa 30 cm zwischen ihnen. Möchtest du den Lavendel-Stamm mit niedrigeren Pflanzen kombinieren, kann der Abstand auch geringer ausfallen. Falls du eher lehmigen Gartenboden hast, ist eine Drainageschicht sinnvoll. Dafür kannst du Kies, Kieselsteine, Blähtonkugeln oder Ähnliches im Pflanzloch verteilen.

Gib eine Handvoll Langzeitdünger oder Kompost in das Pflanzloch und setze die Pflanze mittig hinein. Halte sie am besten mit einer Hand fest und fülle mit der anderen das Loch etwa zur Hälfte mit der ausgehobenen Erde. Diese sollte mit Sand vermengt werden, wenn sie zu fest und lehmig ist. Drücke die Erde leicht an und fülle das Loch komplett auf. Zum Schluss wird der Stab neben dem Lavendel in die Erde gebohrt und die Pflanze daran festgebunden. Hier findest du eine ausführliche Anleitung dazu. Jetzt wird der Lavendel-Stamm einmal kräftig gegossen. Das nennt man Angießen und ist wichtig für die Wurzeln, auch, wenn die Pflanze in Zukunft lieber trockener steht.

Pflanzung in einen Kübel oder Balkonkasten

Möchtest du das Lavendel-Stämmchen in einem Topf kultivieren, ist es wichtig, dass das Pflanzgefäß deutlich größer als der Wurzelballen ist. Etwa 5 bis 10 cm sollten es rund um die Pflanze sein. Da Lavendel tiefe Wurzeln bildet, darf der Kübel nicht zu flach sein. Wird die Pflanze größer oder wachsen Wurzeln unten aus den Abflusslöchern, kannst du sie jährlich umtopfen. Die Töpfe müssen unbedingt ein Abflussloch für überschüssiges Gießwasser haben.

Mit Hilfe praktischer Online-Rechner kannst du dir für jedes Topfmaß das entsprechende Volumen in Litern anzeigen lassen.

Um Staunässe zu vermeiden, ist es wichtig, unten in dein Pflanzgefäß eine Schicht Kieselsteine oder leichtes Tongranulat zu schichten. Optional kannst du ein Vlies über die Drainageschicht legen, damit das Substrat beim Gießen nicht herausgespült wird. Zudem kannst du bei einer späteren Pflanzung das Drainagematerial so einfacher wieder verwenden.  Darüber kommt eine Schicht nährstoffarme Pflanzerde, ggf. mit Sand vermengt, und eine Handvoll Langzeitdünger. Setze die Pflanze mit einer Hand mittig in den Topf und fülle die übrigen Hohlräume mit Erde auf. Drücke diese zwischendurch immer mal wieder leicht fest. Am Schluss kommt wieder der Stab in die Erde und dann wird der Lavendel einmal kräftig angegossen.

Für die Pflanzung in Kübeln aller Art ist es möglich, Erde aus dem letzten Jahr zu verwenden, wenn du einige Tipps berücksichtigst. Alles, was du dazu wissen musst, findest du in unserem Magazin-Artikel "Neues Leben für alte Erde".

Lavendel-Stämmchen pflegen, gießen und düngen

Allgemeine Pflege

Lavendel ist äußerst pflegeleicht, was Gießen und Düngen angeht. Wichtig ist für den Lavendel, egal ob als Strauch oder Hochstamm, vor allem ein regelmäßiger Rückschnitt. Denn ohne diesen neigt er dazu, im unteren Bereich zu verholzen und weniger Blüten zu tragen. Zwei Mal im Jahr solltest du für einen Schnitt zur Schere greifen: ein erstes Mal nach der Blüte im Juli oder August und ein zweites Mal zu Beginn des Frühjahrs, also etwa zwischen Februar und März.

Schneidest du im Juli oder früh im August, stehen die Chancen gut, dass der Lavendel-Stamm neu austreibt und dadurch buschiger wächst. Vielleicht blüht er sogar ein zweites Mal. Ganz junge, frische Triebe musst du stehen lassen. Schneide stattdessen die langen, älteren Triebe, die jetzt geblüht haben, bis dahin zurück, wo die Blätter des Strauches beginnen. Auch, wenn sie noch schön aussehen, sind sie bereits verblüht und werden auch nicht mehr von Insekten besucht.

Noch mal in Form gebracht werden sollte der Lavendel ab Ende Februar oder Anfang März bis etwa Ende März, denn danach treibt er schon wieder aus. Dazu wird die Krone noch einmal um gut zwei Drittel der bestehenden Größe gekürzt. Schneide nicht in verholzte Teile des Triebes, sondern suche die Stelle darüber, an der der Trieb noch grün ist und Blätter trägt. Die Krone ist nun sehr klein - und das ist gut so. Sie wird im Frühjahr in aller Schnelle ihre gewohnte Größe zurückgewinnen und sich mit zahlreichen Blüten bei dir bedanken.

Der Lavendel-Stamm im Kübel muss regelmäßig umgetopft werden, um seinen Wurzeln genügend Platz zu bieten. Je nach Größe des Pflanzgefäßes sollten jüngere Pflanzen jährlich in einen neuen Topf umziehen. Je älter die Pflanze, umso seltener muss umgetopft werden.

Gießen

Ein frisch gepflanztes Stämmchen benötigt zumindest Anfangs mehr Wasser als eine Pflanze, die sich bereits gut an ihrem Standort eingewöhnt hat. Gieße daher regelmäßig in den ersten Wochen. Bedenke jedoch: die Pflanze hat nicht gerne dauerhaft nasse Füße. Es sollten sich also keine Pfützen oder Staunässe bilden. Gieße also nur so viel, dass das Wasser direkt abfließen kann.

Später musst du im Freiland gar nicht mehr gießen, das Regenwasser reicht dem Lavendel-Stamm. Ist es wochenlang sehr heiß, kann eine Wassergabe natürlich nicht schaden. Ein Stämmchen im Topf hingegen musst du regelmäßig gießen, da dieser sich mit seinen Wurzeln keine Feuchtigkeit aus der Umgebung holen kann. Sobald sich die oberen 5 cm trocken anfühlen, kannst du dein Lavendel-Stämmchen gießen.

Düngen

Lavendel ist ein Schwachzehrer und braucht kaum zusätzliche Nährstoffe. Eine Überdüngung hingegen nimmt dir die Pflanze sehr übel. Eine jährliche Düngung mit einem organischen Langzeitdünger ist ausreichend. Am besten erfolgt diese, wenn du den Lavendel-Stamm sowieso umtopfst. Im Freiland kannst du zwischen März und Mai etwas Langzeitdünger oder Komposterde in den Boden rund um die Pflanze einarbeiten.

Ernte und Verarbeitung

Lavendel ist vielleicht ein noch ungewöhnlicher Begleiter in deiner Küche - in vielen Ländern rund um das Mittelmeer gehört er beim Würzen jedoch bereits seit Langem zum Alltag. Die Blätter, die dann geerntet werden, wenn sie noch recht klein sind, schmecken so ähnlich wie Rosmarin und können auch so eingesetzt werden. Frisch in Suppen und anderen Gerichten oder getrocknet in einer selbstgemachten Kräutermischung macht sich der Lavendel ganz hervorragend.

Der Lavendel hat seine Blütezeit zwischen Juli und August. Die Blüten werden geerntet, bevor sie vollständig aufgeblüht sind. In der Regel werden sie dazu mit ihrem Stiel abgeschnitten - denn so können sie ideal getrocknet oder verarbeitet werden.

Es eignen sich sowohl die Blätter als auch die Blüten für Tees oder als Badezusatz. Mit heißem Wasser übergossen, kann der Dampf auch inhaliert werden. Der Duft wirkt beruhigend und die ätherischen Öle können außerdem bei Kopf- oder Magenschmerzen helfen. Ganz klassisch sind auch kleine, mit Lavendelblüten gefüllte Stoffsäckchen: diese können in den Kleiderschrank gelegt werden, damit die Wäsche gut duftet und Kleidermotten fern bleiben.

Nährwerte und Inhaltsstoffe

Lavendel enthält wertvolle ätherische Öle und andere gesunde Mineralstoffe. Er wird zum Würzen zwar nur in Maßen genossen, trotzdem findest du hier eine Übersicht über seine Nährstoffe:

Nährwerte je 100g (Kopie)

Kalorien 254 kcal
Fett 3 g
Kohlenhydrate 26 g

Das Lavendel-Stämmchen überwintern

Lavendel ist winterhart, das Hochstämmchen ist Kälte gegenüber jedoch etwas sensibler als der Strauch. Das liegt daran, dass einerseits die Veredelungsstelle empfindlicher ist und die Krone andererseits durch ihre Höhe eher kalten Winden ausgesetzt ist. Mit einem vor starkem Wind  geschützten Standort ist schon viel gewonnen. Falls der Winter sehr hart ist und wochenlang Minustemperaturen herrschen, oder du das Lavendel-Stämmchen erst spät im Jahr gepflanzt hast, solltest du seinen Stamm mit einem Vlies schützen und die Erde rund um das Stämmchen mit einer dicken Mulchschicht aus Laub und Reisig abdecken.

Das Lavendel-Stämmchen im Kübel braucht etwas mehr Schutz, denn seine Wurzeln sind der Kälte viel stärker ausgesetzt als im Gartenboden. Dazu findest du in unserem Magazin-Artikel "Gartenkräuter: So überwinterst du sie richtig" wertvolle Tipps.

Krankheiten und Schädlinge

Die ätherischen Öle im Lavendel wirken wie eine Abwehr gegen Schädlinge und Krankheiten. Das Hochstämmchen hat hier einen kleinen Vorteil gegenüber dem Busch, denn durch die Wuchshöhe trocknet das Laub nach einem Regenguss schneller ab. Dies minimiert das Risiko für Schimmel und Pilzkrankheiten. Es kann auch passieren, dass sich manchmal Blattläuse über den Lavendel hermachen. Gegen diese Plagegeister hilft es, die Pflanzen mit milden Sprühmischungen zu behandeln, z. B. einem Brennnesselsud.

Fragen & Antworten zu unserem Lavendel

Bei Lavendel Larissa und Lea handelt es sich um den klassischen Echten Lavendel, wie man ihn zum Beispiel von den großen Lavendelfeldern aus der Provence kennt. Er ist winterhart und wächst mit den Jahren zu einem prächtigen Strauch heran. Larissa wächst als Strauch und Lea als kleines Bäumchen.

Lavendel Lasse und Lavinia gehören beide zur gleichen Sorte, dem Schopflavendel. Dieser hat schöne, auffällige Blüten, die genauso intensiv duften wie die des Echten Lavendels. Lavinia wächst als kleines Bäumchen und Lasse als Strauch. Beide sind nur bedingt winterhart und überwintern drinnen.

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