Die Rote Bete
Rote Bete ist ein traditionsreiches Wurzelgemüse, das im Gemüsegarten lange Zeit ganz selbstverständlich angebaut wurde. Heute ist sie etwas in den Hintergrund geraten, lässt sich aber nach wie vor unkompliziert kultivieren und vielseitig verwenden. Die intensiv gefärbten Knollen bringen nicht nur Farbe auf den Teller, sondern lassen sich auch auf dem Balkon problemlos anbauen.
Wir schauen uns einmal an, wie der Anbau von Roter Bete funktioniert und worauf du bei Pflege und Ernte achten solltest.
Die Rote Bete (Beta vulgaris) gehört zur Pflanzenfamilie der Fuchsschwanzgewächse. Sie ist eng verwandt mit Mangold und Zuckerrübe, denn alle drei stammen von derselben Wildform ab.
Typisch für die Rote Bete sind ihre runden oder zylindrischen Knollen mit der kräftig roten bis dunkelvioletten Farbe. Auch die Blätter sind essbar: Sie sind länglich, leicht gewellt und oft rot geadert. Je nach Sorte können die Knollen golfballgroß bis faustgroß werden.
Die intensive Farbe stammt von sogenannten Betalainen. Das sind natürliche Pflanzenfarbstoffe, die nicht nur färben, sondern auch antioxidative Eigenschaften haben.
Rote Bete oder Rote Beete – was ist richtig?
Beides ist richtig: Rote Bete und Rote Beete bezeichnen dieselbe Pflanze. Sprachlich korrekt ist eigentlich „Rote Bete“, also ohne doppeltes „e“. Das Wort „Bete“ stammt vom lateinischen beta ab, dem botanischen Gattungsnamen der Pflanze. Die Schreibweise „Rote Beete“ hat sich umgangssprachlich eingebürgert, weil viele Menschen das Wort an „Beete“ im Garten anlehnen. Inhaltlich gibt es keinen Unterschied. Es sind also keine verschiedenen Pflanzen, sondern echte Synonyme.
Standort und Boden
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: humusreich, locker
Rote Bete wächst am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Viel Sonne fördert das Wachstum, aber auch mit etwas Schatten kommt die Pflanze gut zurecht.
Der Boden sollte locker, humusreich und gut durchlässig sein. Sehr schwere oder verdichtete Böden führen zu kleinen oder verformten Knollen.
Ideal ist eine lockere Gartenerde oder eine hochwertige Gemüseerde aus dem Sack. Reine Komposterde ist meist zu nährstoffreich und sollte mit normaler Erde gemischt werden.
Gute Nachbarn: Zucchini, Gurke, Dill und Buschbohnen
Schlechte Nachbarn: Mangold, Spinat, Kartoffeln und Lauch
Rote Bete aussäen
Rote Bete wird direkt ins Beet gesät, da sie das Umpflanzen nur begrenzt mag.
- Aussaatzeit: April bis Juli
- Saattiefe: ca. 2 – 3 cm (Dunkelkeimer)
- Reihenabstand: 25 – 30 cm
- Abstand in der Reihe: 8 – 10 cm
- Keimzeit: 10 – 20 Tage
Besonderheit: Die „Samen“ der Roten Bete sind eigentlich Samenknäuel, aus denen oft mehrere Pflanzen gleichzeitig keimen.
Wenn mehrere Keimlinge sehr dicht beieinander wachsen, solltest du sie später vereinzeln, damit jede Knolle genug Platz hat.
Rote Bete vereinzeln
Rote Bete wird in der Regel nicht vorgezogen, sondern direkt ausgesät. Beim Vereinzeln gilt:
- junge Pflanzen vorsichtig herausziehen
- auf einen Abstand von etwa 8 – 10 cm ausdünnen
- die stärksten Pflanzen stehen lassen
Schnellüberblick
| Aussaat im Freiland: | April bis Juli |
|---|---|
| Standort: | sonnig bis halbschattig |
| Aussaattiefe: | 2 - 3 cm |
| Pflanzabstand: | 8 - 10 cm |
| Reihenabstand: | 25 - 30 cm |
| Dauer Keimung: | 10 - 20 Tage |
| Monate Ernte: | Juli bis Oktober |
Rote Bete blühen lassen und Samen gewinnen
Rote Bete ist zweijährig: Im ersten Jahr bildet sie die Knolle, im zweiten Jahr treibt sie nach einer Winterperiode neu aus und beginnt zu blühen. Die Blüte erscheint im späten Frühjahr bis Sommer des zweiten Jahres an hohen, verzweigten Blütenständen. Sobald die Samenstände im Sommer braun und trocken sind, kannst du sie abschneiden, nachtrocknen lassen und die Samen vorsichtig herauslösen.
Lass dafür ein oder zwei besonders kräftige Pflanzen im Beet oder Topf stehen. Sie eignen sich am besten zur Saatgutgewinnung und sind auf jeden Fall ausreichend, da sehr viele Samen angesetzt werden.
Rote Bete im Topf anbauen
Rote Bete eignet sich sehr gut für den Anbau im Topf, Kübel oder Balkonhochbeet und ist damit auch für Balkone und Terrassen eine tolle Gemüsepflanze. Wichtig ist vor allem ein ausreichend tiefer Topf, damit sich die Knollen gut entwickeln können. Der Topf sollte mindestens 20 – 25 cm tief sein, besser noch etwas tiefer, und unbedingt über Abzugslöcher verfügen, damit keine Staunässe entsteht.
Als Substrat eignet sich eine lockere, strukturstabile Gemüseerde aus dem Sack. Sehr nährstoffreiche, reine Komposterde ist weniger geeignet, da sie das Blattwachstum zu stark fördert. Eine gute Mischung ist eine hochwertige Gemüseerde, eventuell mit etwas Sand aufgelockert.
Beim Säen oder Vereinzeln im Topf solltest du auf genügend Abstand achten:
- Abstand zwischen den Pflanzen: etwa 8 – 10 cm
- In einem Topf mit 30 cm Durchmesser finden je nach Sorte etwa 4 – 6 Pflanzen Platz
Rote Bete im Topf muss regelmäßiger gegossen werden als im Beet, da die Erde schneller austrocknet. Gleichzeitig ist Staunässe besonders problematisch. Gieße daher gleichmäßig und entleere den Untersetzer nach dem Gießen.
Stelle den Topf sonnig bis halbschattig auf und drehe ihn gelegentlich, damit alle Pflanzen gleichmäßig Licht bekommen.
Rote Bete pflegen, gießen und düngen
Rote-Bete-Pflanzen pflegen
Rote Bete ist sehr pflegeleicht. Wichtig ist vor allem, das Beet unkrautfrei zu halten, besonders in der Anfangsphase. Später beschatten die Blätter den Boden und unterdrücken Unkraut von selbst.
Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh hält den Boden feucht und spart dir viel Jätarbeit.
Rote Bete gießen
Gieße regelmäßig, aber nicht übermäßig. Die Erde sollte gleichmäßig feucht, aber nicht nass sein.
- zu wenig Wasser → harte, holzige Knollen
- zu viel Wasser → erhöhte Fäulnisgefahr
Besonders während der Knollenbildung ist eine gleichmäßige Wasserversorgung wichtig.
Rote Bete düngen
Rote Bete ist ein Mittelzehrer.
- Eine Grundversorgung mit etwas Komposterde oder organischem Gemüsedünger vor der Aussaat reicht meist aus.
- Zu viel Stickstoff führt zu viel Blattmasse, aber kleinen Knollen.
Rote Bete ernten, lagern und verarbeiten
Rote Bete ist je nach Sorte nach 8 – 12 Wochen erntereif.
- Junge Knollen kannst du schon früh ernten („Baby-Bete“)
- Voll ausgereifte Knollen sind besonders lagerfähig
Ernte-Tipp: Du kannst regelmäßig Blätter ernten, auch, wenn die Knollen noch nicht groß genug sind. Die Stiele lassen sich klein schneiden und dünsten. Die Blätter an sich sind schneller gar, ähnlich wie Mangold oder Spinat. Gebe sie also erst später in Topf oder Pfanne. Junge Blätter lassen sich auch gut roh in einem Salat essen.
Lasse immer ausreichend viele Blätter an einer Knolle, da die Pflanze Blattmasse braucht, um Fotosynthese zu betreiben und Nährstoffe in der Knolle einzulagern.
Lagerung der Knollen:
- ohne Laub, kühl und dunkel gelagert (z. B. Keller) hält sich Rote Bete mehrere Wochen
- im Kühlschrank etwa 1–2 Wochen
Rote Bete roh essen – geht das?
Rote Bete kann auch roh gegessen werden, zum Beispiel fein geraspelt im Salat oder in dünnen Scheiben als Carpaccio. Wichtig ist, junge, frische Knollen zu verwenden, da ältere Exemplare roh oft sehr erdig und fest schmecken. Menschen mit empfindlichem Magen sollten rohe Rote Bete zunächst in kleinen Mengen ausprobieren, da Rohkost schwerer verdaulich sein kann.
Rote Bete verarbeiten: Tipps für Küche und Hände
Rote Bete färbt stark, daher lohnt es sich, bei der Verarbeitung Handschuhe zu tragen oder die Hände direkt danach mit Zitronensaft oder etwas Natron zu waschen. Schneide die Knollen am besten auf einem Kunststoff- oder Glasbrett, da Holz die Farbe leicht annimmt. Auch Kleidung solltest du schützen, denn die Farbstoffe lassen sich nur schwer auswaschen.
Beim Kochen gilt: Rote Bete wird am besten ungeschält und mit Schale gegart, da so weniger Farbe, Geschmack und Nährstoffe verloren gehen. Erst nach dem Kochen lässt sich die Schale ganz einfach mit den Fingern oder einem Messer abziehen. Je nach Größe benötigen die Knollen 30 – 60 Minuten Kochzeit.
Schneide den Wurzelansatz und den Blattstiel vor dem Kochen nicht zu kurz ab, damit die Knolle beim Garen weniger „ausblutet“.
Beliebte Rezepte:
- Rote-Bete-Salat mit Apfel und Walnüssen
- Ofen-Rote-Bete mit Feta
- Rote-Bete-Suppe (Borschtsch)
Die Farbe der Roten Bete kreativ nutzen
Die kräftige Farbe der Roten Bete eignet sich wunderbar als natürlicher Farbstoff. Besonders beliebt ist sie zum Färben von Ostereiern: Dazu die Knollen in Scheiben schneiden, in Wasser auskochen und die Eier im Sud ziehen lassen. Je nach Dauer entstehen zarte Rosé- bis kräftige Rottöne. Auch Reis, Pasta oder Teig lassen sich mit Rote-Bete-Saft natürlich einfärben und bekommen ganz nebenbei ein leicht erdiges Aroma.
Ein Spritzer Essig im Farbsud intensiviert die Farbe beim Eierfärben zusätzlich.
Rote Bete: Inhaltsstoffe und Nährwerte
Rote Bete ist ein echtes Power-Gemüse. Es enthält unter anderem:
- Folsäure: wichtig für Zellteilung
- Kalium & Eisen: unterstützen Blutbildung und Muskelfunktion
- Betalaine: natürliche Farbstoffe mit antioxidativen Eigenschaften
Nährwerte je 100g
| Kalorien | 40 kcal |
|---|---|
| Fett | 0,1 g |
| Kohlenhydrate | 8 g |
| Eiweiß | 1,5 g |
Krankheiten und Schädlinge
Rote Bete ist robust, kann aber gelegentlich Probleme bekommen:
- Blattläuse: sitzen an jungen Blättern und Triebspitzen
→ mit Wasser abspülen oder Nützlinge fördern - Blattfleckenkrankheiten: braune oder graue Flecken auf den Blättern
→ befallene Blätter entfernen, luftigen Standort wählen - Fäulnis: meist durch Staunässe
→ gut durchlässigen Boden sicherstellen
Ein jährlicher Standortwechsel (Fruchtfolge) beugt vielen Krankheiten vor.
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Fragen & Antworten zur Roten Bete
Die Rote Bete ist pflegeleicht und kommt mit sonnigen bis halbschattigen Standort sehr gut zurecht. Jedoch gilt: Je wärmer, desto besser. Als Mittelzehrer mag die Rote Bete einen recht nährstoffreichen und durchlässigen Boden. Du kannst sie sowohl im Freiland, als auch im Hochbeet oder Topf kultivieren.
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