Die Thai-Chili
Thai-Chilis gehören zu den bekanntesten scharfen Chilis der Welt. Sie sind klein, aber intensiv im Geschmack und fester Bestandteil der südostasiatischen Küche.
Auch im heimischen Garten oder auf dem Balkon lassen sich Thai-Chilis gut anbauen, selbst ohne viel Vorerfahrung. Mit etwas Wärme, Licht und Geduld entwickeln die Pflanzen zuverlässig viele Früchte. Wir schauen uns Schritt für Schritt an, worauf es bei Anbau, Pflege und Ernte ankommt.
Die Thai-Chili gehört zur Art Capsicum frutescens und damit zur Pflanzenfamilie der Nachtschattengewächse. Zu dieser zählen auch Tomaten, Paprika und Auberginen. Capsicum frutescens ist vor allem für kleinfrüchtige, sehr scharfe Chilis bekannt, die oft aufrecht wachsen.
Ursprünglich stammen Chilipflanzen aus Mittel- und Südamerika. Über den Seehandel gelangten sie bereits im 16. Jahrhundert nach Asien, wo sie schnell fester Bestandteil der regionalen Küche wurden. In Thailand wurden sie über Generationen weitervermehrt und an Klima und Kochgewohnheiten angepasst.
Die Pflanzen wachsen kompakt bis buschig und verzweigen sich stark. Die Blätter sind schmal, länglich und sattgrün, die Blüten klein, weißlich und unscheinbar. Auffällig sind die zahlreichen Früchte, die oft aufrecht an den Trieben stehen. Die Chilis sind schlank, etwa 4 - 7 cm lang, zunächst grün und färben sich bei Reife leuchtend rot.
Im Topf erreichen Thai-Chilis meist eine Höhe von 50 - 90 cm. Sie gelten als sehr ertragreich und tragen über einen langen Zeitraum immer neue Früchte, solange es warm genug ist.
Thai-Chili: Standort und Boden
Thai-Chilis brauchen viel Sonne, Wärme und einen geschützten Standort. Ideal ist ein vollsonniger Platz auf Balkon oder Terrasse, gern vor einer Hauswand, die zusätzlich Wärme speichert. Auch im Gewächshaus fühlen sich die Pflanzen sehr wohl.
Eine Haltung als Zimmerpflanze ist möglich, allerdings nur an einem sehr hellen Standort, zum Beispiel an einem Südfenster. Lichtmangel führt schnell zu vergeiltem Wuchs, Blütenabwurf und geringer Fruchtbildung.
Der Boden sollte locker, gut durchlässig und nährstoffreich sein. Für den Topfanbau eignet sich eine hochwertige Gemüse- oder Tomatenerde, die Wasser gut speichert, aber keine Staunässe zulässt. Im Freiland sollte der Boden humos und tiefgründig gelockert sein. Schwere, lehmige Böden können mit Sand oder feiner Komposterde verbessert werden.
Thai-Chilis aussäen
Eine Direktsaat ins Freiland ist hierzulande nicht empfehlenswert, da Thai-Chilis eine lange Entwicklungszeit haben und konstante Wärme benötigen. Die Pflanzen würden zu spät fruchten oder gar keine reifen Früchte mehr bilden.
Thai-Chili vorziehen
Die Voranzucht erfolgt ab Februar bis spätestens März im Haus. Die Samen werden etwa 0,5 - 1 cm tief in nährstoffarme Anzuchterde gesät und nur leicht bedeckt. Für eine erfolgreiche Keimung sind 22 - 28 °C ideal. Die Keimdauer liegt meist zwischen 10 und 20 Tagen, manchmal auch etwas länger.
Eine gleichmäßige Wärme, zum Beispiel durch eine Heizmatte, sorgt für eine zuverlässigere Keimung.
Nach dem Keimen sollten die Jungpflanzen sehr hell stehen. Etwas kühlere Temperaturen von etwa 18 - 20 °C verhindern, dass die Pflanzen zu schnell in die Höhe schießen und instabil werden.
Hier findest du eine detaillierte Anleitung zur Anzucht von Chili- und Paprikapflanzen.
Aussaat: Schnellüberblick
| Aussaat im Haus: | ab Februar |
|---|---|
| Standort: | sonnig, warm, windgeschützt |
| Aussaattiefe: | 0,5 cm |
| Pflanzabstand: | 40 cm |
| Dauer Keimung: | 10 bis 14 Tage |
| Monate Ernte: | Juli bis Oktober |
Thai-Chili pflanzen
Sobald die Jungpflanzen mehrere echte Blätter gebildet haben, werden sie in größere Töpfe umgesetzt. Ins Freie dürfen Thai-Chilis erst nach den Eisheiligen (ab Mitte Mai), wenn keine Frostgefahr mehr besteht.
Für den Topfanbau empfiehlt sich ein Gefäß mit mindestens 10 - 15 Litern Volumen, besser mehr. Thai-Chilis entwickeln ein kräftiges Wurzelsystem und danken ausreichend Platz mit besserem Wachstum und höherem Ertrag.
Ist der Wurzelballen stark durchwurzelt, wird er vorsichtig aufgelockert. Das regt die Pflanze an, neue Wurzeln in der frischen Erde zu bilden und verbessert die Nährstoffaufnahme.
Thai-Chili pflegen, gießen und düngen
Thai-Chilis wachsen von Natur aus buschig und müssen nicht ausgegeizt werden. Ein dichter Wuchs ist erwünscht und sorgt für viele Blüten und Früchte. Bei sehr dichtem Blattwerk können einzelne schwache oder nach innen wachsende Triebe entfernt werden, um die Luftzirkulation zu verbessern. Bei reichem Fruchtansatz kann eine Stütze sinnvoll sein, da die Zweige unter dem Gewicht der Früchte nachgeben.
Thai-Chili gießen
Thai-Chilis mögen eine gleichmäßige Wasserversorgung. Die Erde sollte dauerhaft leicht feucht sein, aber niemals nass. Staunässe führt schnell zu Wurzelfäule, während längere Trockenphasen Blüten- und Fruchtfall begünstigen.
Gieße erst, wenn die oberste Erdschicht leicht angetrocknet ist – so bleiben die Wurzeln gesund.
Thai-Chili düngen
Thai-Chilis zählen zu den Mittel- bis Starkzehrern. Etwa 2 - 3 Wochen nach dem Umtopfen kann mit einer regelmäßigen Düngung begonnen werden. Ideal ist ein organischer Gemüse- oder Tomatendünger im Abstand von etwa zwei Wochen. Während der Fruchtbildung steigt der Nährstoffbedarf deutlich, insbesondere an Kalium.
Thai-Chili ernten, lagern und verarbeiten
Thai-Chilis können sowohl grün als auch rot geerntet werden. Grüne Früchte sind etwas milder, rote voll ausgereifte Früchte deutlich schärfer und aromatischer. Die Ernte beginnt meist ab Juli und kann bis in den Herbst hinein erfolgen.
Frische Chilis halten sich im Kühlschrank etwa 1- 2 Wochen. Für eine längere Lagerung eignen sich:
- Trocknen (luftgetrocknet oder im Dörrgerät)
- Einfrieren
- Einlegen in Öl oder Essig
Thai-Chilis werden häufig für Currys, Sambal, Chiliöl, Pasten oder getrocknet als Chiliflocken verwendet.
Thai-Chili: Inhaltsstoffe und Nährwerte
Thai-Chilis enthalten Vitamin C, Vitamin A, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Die Schärfe entsteht durch Capsaicin, das vor allem in den inneren Scheidewänden sitzt. Capsaicin ist gut erforscht und kann unter anderem die Durchblutung fördern und die Verdauung anregen. In sehr großen Mengen kann es jedoch die Schleimhäute reizen, weshalb scharfe Chilis stets maßvoll genossen werden sollten.
Nährwerte je 100 g
| Kalorien | 32 kcal |
|---|---|
| Fett | 0,4 g |
| Kohlenhydrate | 5,2 g |
| Eiweiß | 1,9 g |
Thai-Chili überwintern
Thai-Chilis sind mehrjährig, aber nicht frosthart. Vor dem ersten Frost können die Pflanzen ins Haus geholt werden. Ideal ist ein heller, kühler Standort bei etwa 10 - 15 °C. Während der Überwinterung wird nur sehr sparsam gegossen und nicht gedüngt. Im Frühjahr treiben viele Pflanzen erneut aus und können weiterkultiviert werden.
Krankheiten und Schädlinge an der Thai-Chili
Die Blätter der Chili werden im Frühjahr gerne von Blattläusen besucht, die sich vor allem auf den Blattunterseiten rasant vermehren können. Dies ist daran zu erkennen, dass die Blätter sich einrollen und kräuseln, außerdem sind die kleinen Tierchen gut zu erkennen. Wenige von ihnen sind nicht so schlimm. Hier gibt es Tipps, was du bei einem Befall mit Blattläusen unternehmen kannst.
Hartnäckiger können sich Spinnmilben halten, vor allem im Gewächshaus. Sie sind an feinen Gespinsten an den Blättern zu erkennen. Schaust du genau hin, kannst du die winzigen Spinnentierchen in ihren Netzen herumkrabbeln sehen. Spinnmilben lieben trockene Luft und treten daher oft im Winterquartier auf. Wische die Gespinste frühzeitig ab. Meistens hilft das schon, sodass kein Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln nötig ist.
Der beste Schutz gegen Schädlinge sind übrigens Nützlinge, also andere Insekten, die die Schädlinge bekämpfen und fressen. Du solltest in deinem Garten vielfältige Angebote an natürliche Feinde der Blattläuse und anderer Schädlinge machen, zum Beispiel in Form von Insektenhotels oder Blühpflanzen. Marienkäfer fressen Blattläuse und du kannst sie sogar gezielt auf befallene Blätter setzen, solltest du einen entdecken.
Freunde von Thorsten
Fragen & Antworten zu unserer Thai-Chili
Alle Chilis mögen es warm und sonnig und gerne auch regen- und windgeschützt. In unseren Breitengeraden ist es im Freiland meist etwas zu kühl und windig, aber das kommt natürlich auch auf deinen genauen Wohnort und die Witterung an.
In einem Topf kannst du auf jeden Fall einfacher einen geeigneten Standort für sie auswählen.
Die Chili verträgt keinen Frost und ist somit nicht winterhart. Die Pflanze ist aber mehrjährig, das heißt, sie stirbt im Herbst nicht ab, wie das einjährige Pflanzen tun. Dazu muss die Chili aber die kalte Jahreszeit über sehr hell stehen, ideal sind Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad. Ist es wärmer oder zu dunkel, steigt das Risiko eines Schädlingsbefalls, zum Beispiel durch Blattläuse oder Spinnmilben.
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